Mittwoch, 10. August 2011

The London Riots 2011 - Paradise Lost

"Die Wut der verlorenen Generation" titelt der Tagesanzeiger. Ein "Aufstand der Frusrierten" registriert der Spiegel, ein "Aufruhr der Abgehängten" die Süddeutsche Zeitung. Ulf Poschardt ortet eine Renaissance des Jugendfrusts nicht nur in Tottenham und Hackney, sondern auch in Spanien und Griechenland. Nicht zu vergessen die Krawallnächte in den Banlieues von Paris vor zwei Jahren. Der Autor ruft den Ladenplünderern, Autoinbrandsetzern und Steinewerfern in der Welt Folgendes zu:

"Packt an, statt zu motzen und zu lamentieren!"


Tatsache ist, dass soeben gegen 40 Jahre Irrtum in Flammen aufgehen: der Multi-Kulti-Traum der europäischen Linken und die Absolutsetzung sozialstaatlicher Regulierung, der Denkfehler, der Gesellschaften nicht als gewachsene Entitäten begreift, sondern als Gefässe, die eine bestimmte Ideologie zum Erblühen bringen sollen. Dass freie Gesellschaften von selber offen sind und Neues aufnehmen und Fremdes integrieren, das hat die Linke stets ignoriert; in ihrem Bestreben eine "gerechtere Welt" mit besseren Menschen darin zu erschaffen, haben sie die Gesellschaften in Geiselhaft genommen und als Experimentierfeld missbraucht. In grenzenlosem Hass auf die eigene Kultur, auf die Traditionen und Institutionen des europäischen Westens und in Verachtung der freien Marktwirtschaft hat man Jahrzehntelang die eigenen Völker gemästet und Millionen Menschen aus der Dritten Welt in die Grossstädte gespühlt. 

Nun, das Experiment ging gründlich in die Hose.

Kaum zu glauben, dass noch vor Kurzem Grossbritannien als Beispiel einer funktionierenden multikulurellen Gesellschaft angeführt wurde. Dabei herrschen in Stadtvierteln Birminghams längst Sharia und der Koran und die Krawalle der "frustrierten Jugendlichen" zeigen eines deutlich: wo eine ganze Generation mit der Idee aufwächst, dass die Gesellschaft ihr etwas schuldet, ohne dass sie selber etwas dazu leisten muss, entweder einen lockeren Job oder dann Sozialgeld bitteschön - dort hat der Sozialismus abermals versagt und können Probleme nicht mehr mit Geld überdeckt werden.

August '11 - Götterdämmerung der europäischen Linken.

Kommentare:

  1. im artikel von ulf poschardt steht auch:

    "Die vergangenen 66 Jahre in Frieden wurden auch durch einen zunehmend großzügigeren Sozialstaat erkauft. Das ist vorbei."

    die aussage gibt in der tat zu denken. die propagierte lösungsformel "packt an!" steht aber seltsam verloren in der gegend rum, wenn es in tat und wahrheit keine jobs gibt, die man anpacken könnte. wo sind diese denn, o.? die in der regel gut ausgebildeten arbeitslosen jungen spanier und griechen hätten nur zu gerne welche. und selbst wenn sie dieses problem lösen - was machen sie mit den schlecht ausgebildeten heerscharen in den französischen banlieues und den englischen armutsquartieren? die würden womöglich auch lieber arbeiten als städte in brand setzen, hätten sie denn die möglichkeit dazu.

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  2. Orlando, couldn't agree more with you....
    Allerdings wird es hier keine einfachen Lösungen geben. England ist, noch mehr als das übrige Europa, ein 'Opfer' einer jahrzehntelangen verfehlten Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik. Die erste Einwanderergeneration, hauptsächlich Inder, aus dem früheren Empire, waren beispielhaft dafür, wie sehr Nationalität und Religion die Haltung zur Identifikation prägen können. Aber auch das war ein jahrzehntelanger Prozess, heute immer noch nicht abgeschlossen. Als dann in den 70iger und 80iger Jahren die Einwanderer (keine Flüchtlinge, diese Menschen sind praktisch alle 'Altlasten' des British Empire) en masse einreisten, darunter auch sehr viele islamischen Glaubens, gerieten sie praktisch sofort mit den lower classes in England aneinander. England hat seit dem zweiten Weltkrieg die rigorose Klassengesellschaft zugunsten einer rigorosen Gleichmacherei aufzuheben versucht. Der Haupteffekt war eine immer mehr abnehmende bzw abgelehnte Mittelschicht, die in den meisten westlichen Gesellschaft gesellschaftliche und finanzielle Stabilität bedeutet. Die daraus resultierende polarisierte Gesellschaft ist seit vielen Jahren ein Faktum.
    Es gibt, vor allen in den Grosstädten, Familien in der 3. oder 4. Generation, die 'on the social' leben. Diese treffen seit einiger Zeit auf neue Einwanderergruppen, die gelangweilt, voller Hass und uneinsichtig, ohne dabei gestört zu werden, Parallelgesellschaften bilden. Manche Stadtviertel in London, Birmingham, Leeds und Manchester werden von der Polizei und Sozialarbeitern nicht mehr betreten.

    Ich glaube, dass es hier weniger um Frustration geht, sondern um eine komplette Verrohung der Sitten. Frustration würde immer noch voraussetzen, dass der Wunsch nach einer sinnvollen Beschäftigung bzw Ausbildung da wäre. Hier geht es um rohe Gewalt, um unsozialisiertes Verhalten.

    Die einzige Antwort, die ich habe, auch die sehr unvollkommen (und schon zu meiner Zeit in England ausgiebigst diskutiert und zugunsten einer pc-Politik immer wieder verworfen), ist ein resolutes Durchgreifen. Jede Gruppierung muss in Zukunft eine Bringschuld haben - eine automatische staatliche Unterstützung darf es nicht mehr geben. Die 'leader' der einzelnen Gruppierungen, die im Aufbau der amerikanischen Stadtguerilla in den 60iger Jahren ähneln, sind rigoros in die Verantwortung zu nehmen. Sie haben dafür zu sorgen, dass für die Gemeinschaft gearbeitet wird, ansonsten ist das Bleiberecht verwirkt. Die Gruppierungen, die gestern das 'community centre' niedergebrannt haben, haben es wieder aufzubauen, ansonsten werden staatliche Hilfen gestrichen.
    Das muss bis ins kleinste Glied einer solchen Parallelgesellschaft gehen. Eltern, die ihre 10-jährigen Kinder nachts brandschatzen und looten lassen, werden bestraft. Es muss die Möglichkeit geben, Arbeitslosengeld nur gegen Arbeit für die Gemeinschaft auszuzahlen. Es gibt genügend Alte, Kranke, Behinderte, die Hilfe brauchen, die das englische Krankensystem sich nicht leisten kann. Das ist alles ein langer Prozess, aber es muss absolut klar gemacht werden, dass die Tage der Schichten, die keinerlei Verantwortung bereit sind zu übernehmen, vorbei sind.

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  3. arbeitslosengeld gegen arbeit für die gemeinschaft - steht das in england zur debatte? es wäre sicher ein erster schritt. man wird aber nicht umhin kommen, gerade für die kinder und jugendlichen aus den notorisch bekannten quartieren perspektiven - bildung, weiterbildung, und vor allem: jobs - zu schaffen. die wachsen neben ihren verwahrlosten und/oder desinteressierten eltern mit dem bewusstsein auf, dass sie es nie aus ihrem viertel und womöglich nie aus der sozialhilfe rausschaffen werden. das elend und die hoffnungslosigkeit eines solchen kinderlebens möchte ich mir gar nicht vorstellen.

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  4. Diese Gedankenansätze gibt es seit vielen Jahren, werden aber immer wieder verworfen, weil sofort die Rassismus-/Ungerechtigkeitskeule niedergeht - wie in Rest-Europa auch. Man sitzt Krisen einfach aus, behandelt die Symptome, alles wie eh und je - und das nur, weil neue Ansätze nicht diskutiert werden 'dürfen'. Und mit jedem neuen Aufflammen der Gewalt wird alles etwas schlimmer und unlösbarer....

    Der erste Schritt muss sein, Verantwortung auch bei den Kleinsten zu wecken, Forderungen zu stellen. Jobs wachsen nicht auf der Strasse, schon gar nicht für Ungebildete, Schlecht-Ausgebildete. Aber eine 'community' bzw deren Anführer können dazu gezwungen werden, gewisse Vorlagen einzuhalten und Jobs im Dienste eines Stadtteils zu schaffen, die für staatliche Hilfe in Betracht gezogen werden. Es muss allen klar sein, dass der Staat bzw die Gesellschaft in Zukunft gewisse Dinge nicht mehr duldet bzw. erwartet, dass in punkto Elternverantwortung, Sprache, Bildung und Gesetz eben diese Bringschuld besteht. Dazu gehört, dass sie dafür zu sorgen haben, dass Kinder in die Schule geschickt werden, dass Gewalt und Zerstörung drakonische Strafen nach sich ziehen (statt in den Gefängnissen herumzusitzen, haben sie 'community service' zu leisten), dass sie etwas für die Gesellschaft (und sei es nur für ihre kleine community) zu leisten haben. Das kann mit ganz kleinen Dingen anfangen. Es ist eine uralte Erfahrung, dass Menschen, die in die Verantwortung genommen werden und irgendwann gebraucht werden, seltener auf die Idee kommen, die Hand, die sie füttert, abzureissen.
    Aber es ist natürlich ein elend langer Prozess und ich frage mich schon lange, ob es noch eine reelle Chance gibt, diese Entwicklungen aufzuhalten bzw sogar zu ändern.

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  5. genau eine solche art des sich-kümmerns meine ich. man muss diese kinder in die pflicht nehmen, anstatt kollektiv wegzuschauen, wenn sie wieder einmal auf der strasse rumlungern, wo sie doch eigentlich in der schule sitzen sollten. man hätte diese stadtteile nie sich selbst überlassen dürfen.

    zum thema rassismuskeule fällt mir eine aussage der türkisch-stämmigen journalistin güner balci ein:

    "'Ich hab keine Lust, denen einen Minderheiten-Bonus zu geben', sagt Balci bei einem Spaziergang durch Kreuzberg. Diskriminierend verhalte sich, wer Migranten nicht kritisiere, weil sie Migranten seien."

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  6. In England ist es mittlerweile ein Fall von: Migranten gegen Unterschicht. Das macht das Ganze noch viel gefährlicher.
    Daher bin ich der festen Ueberzeugung, dass auch wir den Anfängen wehren müssen. Dänemark macht es vor, nicht perfekt, aber sie fangen immerhin an. Es ist von allergrösster Wichtigkeit, dass der Staat von Anfang an Respekt geniesst und nicht lediglich als eine Art Giesskanne angesehen wird, die Wohltätigkeiten ausschüttet, aber sonst keine Autorität hat. Ein Staat bzw eine Gesellschaft, die nicht von Anfang an klare Forderungen und einen eindeutigen Forderungskatalog aufstellt, hat schon verloren.
    Einen Bonus hat nur der verdient, der in irgendeiner Weise zu seiner (neuen) Gemeinschaft beiträgt - die Religion, Hautfarbe oder Herkunft muss damit überhaupt nichts zu tun haben. Gleichermassen muss man klar sagen dürfen, dass die, die für ihre Gesellschaft eine Last sind bzw. ihr auch noch aktiv schaden, Mali zu ertragen haben.

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  7. bin derselben meinung: an erster stelle muss eine eindeutige bringschuld des einzelnen an die gesellschaft stehen. aber noch denke ich, dass wir in der schweiz bislang vieles richtig gemacht haben. bei uns gibt es weder abgeschottete ghettoquartiere noch parallelgesellschaften. und jeder jugendliche, der sich anstrengt, kriegt seine chance auf eine ausbildung und eine arbeitsstelle, unabhängig von religion, hautfarbe und herkunft.

    ich habe jedenfalls keine angst, dass morgen zürich oder bern in flammen randalierender minderjähriger aufgehen könnten (die 1.-mai-krawalle sind etwas anderes). irgendwie macht mich das als schweizerin stolz, ausländische wurzeln inklusive.

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  8. in flammen randalierender minderjähriger - was für ein sprachlicher unsinn.

    wo ist eigentlich hitz? und zysi? und henri???

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  9. und wenn ich schon dabei bin: und max?

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  10. Hitz ist schon hier und wundert sich schon ein wenig, wie auch hier um den rosaroten Elefanten, der so satt und offensichtlich im Raume steht, herumgeschlichen wird.
    Wenn man die Bilder von London und anderen englischen Städten ansieht, sieht man, dass es bis auf wenige Ausnahmen vor allem Schwarze und Pakistanis sind, die dort plündern, brandschatzen und den Aufstand proben. Genau gleich wie es jedes Mal in Paris der Fall ist.
    Man kann jetzt lang über "Communitys" philosophieren, aber Tatsache ist, dass es gar keine Communitys irgendwelcher Provenienzien geben dürfte. Wenn sich Communitys wie in London, Paris, Berlin etc. bilden können, dann hat man von einer bestimmten Einwanderergruppe zu viele Menschen eingelassen.
    Es ist erstaunlich, wie viele Menschen eine ganz simple, offensichtliche Tatsache vergessen haben und das Erwähnen dieser Tatsache sogar sogleich mit Rassismus-Rufen negieren wollen:
    Europa ist eigentlich weiss. Ein Europäer ist weiss, eine Europäerin ist weiss. Die Mehrheitsgesellschaft, die Gesetzgeber und das Gewaltmonopol müssen weiss sein.
    Wenn in Afrika Weisse siedeln und dort politische Macht übernehmen wollen, sind sich alle einig, dass sie dort nichts verloren haben, Kolonialherren, Ausbeuter oder sonstwas sind. Aber wenn in Europa tausende von Afrikanern oder Arabern siedeln und hier Ansprüche stellen, dann überlegt man lautstark, wie man ihre "Communitys" zufrieden stellen könnte. Das ist absurd und dumm und es verleugnet sämtliche Lehren die man aus der menschlichen Geschichte ziehen sollte wie z.B. dass eine Massenansiedlung von fremden Völkern in bereits bewohntem Gebiet unweigerlich zu Krieg, Konflikten oder der Auslöschung der alten Siedler führt. Punkt.

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  11. Sie haben nicht richtig gelesen, Hitz. Grossbritannien ist bis heute verpflichtet, alle (!) Bürger aus ehemaligen Staaten des Empires aufzunehmen. Das Diskutieren um Hautfarbe ist also überflüssig, denn die Einwanderer sind längstens da, man kann sie nicht einfach ignorieren bzw nach Hause schicken. Deshalb habe ich von Stadt-Guerilla gesprochen: jeder Stadtteil von Birmingham, Leeds, Manchester und Teilen von London hat 'communities', die in der Regel strikt nach Herkunft existieren. Diese haben leader. In den arabischen Bezirken ist das oft der Imam, ein oder zwei Stufen darunter sind es junge Männer, die je nach Veranlagung bestimmen, was abgeht.
    Da muss man eingreifen. Man muss dafür sorgen, dass endlich der Tarif durchgegeben wird, dass sie in Zukunft Verantwortung dafür tragen, was in ihrem Stadteil passiert - s.o. Ich habe es alles schon aufgeschrieben. Es geht nicht darum, die 'communities' zufrieden zu stellen, es geht darum, dafür zu sorgen, dass sie im Dienste der Gemeinschaft zu handeln lernen und dass ihre Bringschuld endlich, endlich eingefordert wird.

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  12. zysi auch schon

    für mich ist elefant bereits pinky.

    hey zoe; sie schreiben:
    aber noch denke ich, dass wir in der schweiz bislang vieles richtig gemacht haben. bei uns gibt es weder abgeschottete ghettoquartiere noch parallelgesellschaften.

    ach ja?
    da bin ich dann sprachlos, weil eben zu pinky.

    für mich sind die aktuellen entwicklungen eine bestätigung dessen, was ich in der bibel lesen kann über die jetzige zeit.

    wir haben keine haltung mehr zum privileg des GESCHENKTEN lebens; alle meinen das ICH sei entscheidend. da sind wir uns ja auch einig.

    nur bei den auswegen divergieren dann die meinungen, ansichten.
    ich bin voll für die neuste stopp-initiative des svp. ich begreife keinen der bdp wählen tut. nicht inhaltlich, sondern prinzipiell.
    als am di den club sah mit bodenmann, dachte ich, dass wäre immer noch der einzige rhetorische antipode für die svp-haudegen. aber es dämmerte mir, dass mit seiner politik inkl. entourage der damaligen sp in den 90er, die ursache für die heutige polarisierung liegt. aufgenommen hat diesen widerstandskampf nur die svp.
    also, diese geist- und kulturverwässernde politik des progressiven und hypersozialliberalen ist ungesund.

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  13. scheisse, einen langen und ausführlichen Kommentar zum Bisher Gesagten (sass etwa 20 Minuten daran) einfach verloren...ächz!

    Deshalb hier summarisch die Schlussfolgerungen:

    @Astrid: ich glaube wir haben keine Ahnung von britanniens Wirklichkeit, die Narrative in den Filmen etwa - entweder Sozialtristesse in künstlichen Arbeiterklassen (wo immer noch Thatcher an allem schuld ist) oder das heile PC-Multikulti in Eastenders - blenden die echten Probleme einfach aus.
    Klar, es ist natürlich cooler, im Ali-G.-Traineranzug zuhause vor dem TV zu sitzen und Sozialgeld zu kassieren, als 10, 12 Stunden im Lädeli stehen, ein Restaurant zu führen, ein Franchise-Geschäft aufzumachen, als Taxi oder Liefrwagen durch die Gegend zu kurvenetc. etc.

    @Zoé: Es gibt ein Überangebot an "Gut aus- und Weitergebildeten". Wenn ich mir die Goofen in Madrid so ansehe, die sich einen Event schaffen (el espirito del '68, nicht wahr!), fragt man sich schon: wohin mit all den Geisteswissenschaftlern? Die 5 Jahre studiert haben und jetzt einen adäquaten Job wollen, gefälligst, das steht einem zu. Die Erwartungshaltungen deutscher Studienabgänger wurden vor 10 Jahren mal untersucht: haarsträubend! Können nichts aber zählen sich zur Elite und wollen entsprechend behandelt werden.
    Fordern, fordern, Papa Staat solls richten! In die Hände spucken? Innovativ sein, Ideen entwickeln, Geld aufnehmen, ein Startup gründen? Halt einen "niedrigeren" Job annehmen, damit man den Fuss im Erwerbsleben drinhat, Netzwerke bauen kann? In einem anderen Landesteil Arbeit suchen?
    Nein, lieber warten, bis Jobs an den Bäumen spriessen oder Papa Staat sie im Keller züchtet.

    @Hitz: richtig, mit ihrer Feststellung ist aber noch nichts gewonnen. Ich finde schon, man muss die Schuldigen beim Namen nennen und aufzeigen welche Denke diese Konsequenzen hat:

    Die Linke! Und ihre systematische Verachtung für die europäische Tradition, Kultur, den überlieferten Werten und Autoritäten, der Selbsthass und die Sehnsucht nach Dekonstruktion von allem, was christlich, bürgerlich, kapitalistisch ist an diesem Abendland. Der Feind meines Feindes ist mein Freund; alles neue, zersetzende, gewachsene Strukturen und Gehalte auflösende wird freudig begrüsst, als Fortschritt, von den "Progressiven". Daher die Menschenschwemme aus der 3. Welt in die Grossstädte, um die Strukturen zu schwächen, schliesslich aus dem Chaos etwas Neues zu errichten und die bessere soziale Gesellschaft in der Regie der Ideologen neu zu erfinden.

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  14. zysi, wo sehen sie in der schweiz existierende parallelgesellschaften? es gibt sicherlich in vielen städtischen gebieten einzelne quartiere mit hohem ausländeranteil, sicher aber keine verwahrlosten sozialsiedlungen, wie man sie beispielsweise aus deutschland kennt. damit es dabei bleibt, ist die zuwanderung in der tat auf das mass zu beschränken, das die wirtschaft wirklich benötigt - sei es nun im bereich qualifizierter oder unqualifizierter arbeit. und es müsste die möglichkeit geschaffen werden, arbeitnehmer, die nach kurzem aufenthalt in der schweiz ihre arbeitsstelle verlieren und keine neue finden, zurück in die heimat zu schicken.

    hitz, es soll auch türkische gemüsehändler und indische hindu-tempelbesucher gegeben haben, die ihre strassenzüge vor den marodierenden banden zu schützen versucht haben, statt sie zu plündern. astrid hat in diesem punkt recht: was macht man mit den leuten, die schon da sind? vor allem mit dieser lost generation der heranwachsenden und jungen erwachsenen?

    astrid, gibt es in england denn keine diskussion darüber, ob man diese automatische aufnahme aus ehemaligen krongebieten nicht irgendwann ausser kraft setzen will?

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  15. (I)

    @Zysi: sehr genau. Die Tatsache europaweit ist leider, dass die sich "liberal" Nennenden (wer tut das heute nicht?) desorientiert und tatenlos zusehen.
    Dass die offene Gesellschaft (nach Popper) kein Faktum ist, sondern ein Wert, der geschützt werden muss, zum Beispiel gegen autoritäre (Islam) und voraufklärerische (sozialstaatlich berentete Unterschicht) Tendenzen.

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  16. o., verschwörungstheorie mal anders? es mag sein, dass die linke in der vergangenheit viel zu idealistisch an das projekt migration und integration rangegangen ist. ihr zu unterstellen, dass sie die europäische kultur systematisch und mit einer klaren zielsetzung (!) untergraben hätte, mutet aber doch etwas gar abenteuerlich an. das können sie allerhöchsten den unverbesserlichsten alt-68ern unterstellen, und von denen gibt es nicht mehr viele.

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  17. (II)

    Natürlich gibt es Parallelgesellschaften in der Schweiz: gehen sie doch mal nach Biel und reden sie mit den Herren und (verhüllten) Damen Blancho und Illi.
    Anders als im Wirtschaftsleben kann im Gesellschaftlichen das Prinzip Laisser-Faire nicht zur Geltung gebracht werden. Deshalb spreche auch ich mich für eine konrollierte Zuwanderung nach Massgabe der volkswirtschaftlichen Kosten-/Nutzen-Rehnung sowie der Bedürfnisse des Arbeitsmarktes aus.

    A propos: hat jemand dem Werner Plumpe ("Geschichte der Wirtschaftskrisen") im TA gestern gelesen? Interessant: die unliebsamen Kommentare, Interviews, Meinungen erscheinen nie auf dem Newsnetz!

    Plumpe ortet den Urirrtum seit den 30er Jahren im Keynesianismus, wonach der Staat handeln muss um Wirtschaftskrisen zu verhindern oder abzuschwächen. Vorher habe der Staat einfach zugesehen, wie sich die Raubtiere gegenseitig auffressen. Jetzt meint man, er müsse als Retter zur Stelle stehen. Daber übernehmen sich die Staaten. Das Bailout 2008 hat sogar direkt mit der jetztigen Überschuldung der USA zu tun.

    Also, nehmt den Hayek wieder hervor, ihr Leut! Den Staatsgläubigen unter ihnen wird nicht gefallen, was der für Rezepte hat! Atlas shrugged!

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  18. @Zoé: lesen sie doch mal das Parteiprogramm der Sozialdemokratischen Partei. http://www.sp-ps.ch/ger/Media-library/SPS-Files/fileadmin/downloads/Diverses/Parteiprogramme/Parteiprogramm-2010

    Sozialismus kann nur auferstehen aus Ruinen, deshalb ist alles, was den Weg in den Ruin befördert, im Sinne des Sozialismus.
    Und ja, ich rede auch von den SP-Tanten, die staatssubventionierte Krippenplätze für alle fordern, weil dadurch die Begriffe "Kindheit", "Mutterschaft", "Berufstätigkeit", "Familie" und "Staat" neu definiert werden sollen, neue Verhältnisse geschafft werden sollen, das Neue ist in dieser Sichtweise immer gut, verstehen sie, es beschleunigt die Entsorgung des Althergebrachten, Verhassten.

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  19. @zoe
    der hinweis mit biel ist schon gefallen.

    ich weiss von freunden, die sich nachts in genf nicht in alle stadtteile vorwagten.

    zudem brauchen wir gar keine grossen referenzen bitte.
    ihr satz:
    es gibt sicherlich in vielen städtischen gebieten einzelne quartiere mit hohem ausländeranteil, sicher aber keine verwahrlosten sozialsiedlungen, wie man sie beispielsweise aus deutschland kennt.

    wollen eigentlich erst dagegen antreten, wenn diese einzelne quartiere dann eben siedlungen im massstab berlin, paris, london, amsterdam sind?

    nach dem motto: ich kann nichts dafür - aber dagegen kann man/frau !

    schauen sie, wir haben in unserer region kaum grössere städte; es reicht bereits wenn an einem normalen samstag abend bei einer beachparty, eine gruppe von ca. 12 jungendlichen (ohne heimatort trubschchen) mit der reinen absicht (ist bekannt unter den jungendlichen) nach streitsuche an diese party gehen es dabei schaffen, ein paar teilnehmer für die nacht ins spital auszuquartieren; als kulturelle dienstleistung sozusagen :-(

    nein, nein, was soll ich meinen kindern nun beibringen?
    zu hause bleiben / gehen und sich verteidigen können (alleine?)/ oder proaktiv eine truppe zusammenstellen ?

    ich höre....

    weiter haben die linken und wenigen 68er (gabs da mal ein massensterben?) effetiv eine absicht; o hat sie beschrieben. ob dies nun systematisch + zielgerichtet (in sich ein wiederspruch bei linken) von statten geht ist einerlei: alt = tödbar; neu = lebendig

    dieses empören um die 20 rum ist ja allen irgendwie bekannt; zu was dies führen kann, wenn man sich nicht mehr eigenständig entwickelt, können in der denk-dna der mb-autorinnen samt back-redaktoren erkennen.

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  20. zysi, wir sind uns ja einig, dass wir solche zustände bei uns nicht haben wollen und deswegen eine kontrollierte zuwanderungspolitik dringend nötig ist, ebenso wie eine anpassung der sozialpolitik. ich war ja nie in biel, aber ich denke doch, dass die verhältnisse dort noch etwas anders aussehen als beispielsweise in berlin.

    was die jugendkriminalität betrifft: mir hat damals der vorstoss von daniel jositsch und chantal galladé sehr eingeleuchtet, nur kamen sie für diesen gerade von seiten ihrer parteikollegen heftig unter beschuss. damals wurde rot-grün für mich eigentlich unwählbar. es ist klar, dass rein präventive respektive integrative massnahmen nichts nützen, wenn sie nicht von einem angemessenen strafkatalog begleitet werden. wie astrid würde ich in erster linie für drakonisch hohe sozialstunden ab jungem alter plädieren. zudem müsste man grundsätzlich darüber nachdenken, wie man in extremfällen mit invaliditäts- oder todesfolge umgeht. die strafen, die hier zum teil angesetzt werden, sind blanker hohn.

    und ja, es gab ein massensterben der 68er. heute sind das gestalten wie schröder oder fischer, die als lobbyisten für irgendwelche energiekonzerne und pipeline-unternehmen tätig sind. in ihren ehemals eigenen worten müsste sie man wohl als grosskapitalisten bezeichnen. die ewig unverbesserlichen vom schlage eines cohn-bendit kann man hingegen wahrscheinlich an einer hand abzählen.

    o., meinen sie dieses von wermuth und konsorten diktierte geschreibsel? nein, das lese ich nicht, ausser sie können mir sagen, welcher vernünftige durchschnittsmensch über 25 das ernst nimmt. es wird grosso modo folgenlos bleiben.

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  21. @Astrid: Ich habe schon richtig gelesen, aber Sie wagen es einfach nicht, das (Achtung: Trommelwirbel) Unaussprechliche, Undenkliche, Bestürzende zu denken: Nämlich dass Britannien das Aufenthaltsrecht für Leute aus den ehemaligen Kolonien durchaus abschaffen und diese darüber hinaus wieder rauswerfen könnte. Gesetze können geändert werden und es IST möglich, auch für Weisse, unfreundlich zu werden.

    Es ist nämlich letztlich absolut nicht einsehbar, weshalb es irgendeinen Europäer betroffen machen sollte, wenn ein erithreischer Schafhirte bei uns einreist und keine Arbeit findet. Betroffen macht mich persönlich nur, dass man diesen Schafhirten nicht postwendend wieder zurückschickt, sondern ihm Wohnraum anbietet und öffentliche Gelder nachwirft, auch wenn er bis zum St. Nimmerleinstag nie einen Finger bei irgendwelcher Arbeit rührt, da er ganz einfach für keine einzige Arbeit in unserem Wirtschaftssystem befähigt ist und wir darüber hinaus ja schon weisse, europäische Menschen haben, die ebenfalls keine Arbeit finden. Heute ist dieses „jetzt, da diese Leute schon da sind, müssen wir uns auch um sie kümmern“ breiter Konsens, aber eigentlich weiss niemand, weshalb genau. Wir müssen uns überhaupt nicht um diese Leute kümmern.
    Ganz deutlich und böse gesagt: Sie sind Fremde. Ihre Angelegenheiten sind nur die unseren, wenn wir sie dazu machen. Ansonsten gibt es keinen Grund für uns, sich um sie zu kümmern.

    @O: Sie haben durchaus Recht mit Ihrer Bemerkung, dass die Linke einen grossen Teil der Schuld an den jetzigen Zuständen trägt. Jedoch muss man hier doch wieder mal das allseits beliebte Zitat bringen, dass das Schlechte nur geschehen kann, weil die Guten wegschauen. Die Rechte trägt Mitschuld, weil sie sich in ihre Löcher verkrochen hat und aus diesen heraus schon seit Jahren nur das allseits bekannte und vollkommen unattraktive Lied von „Frau an den Herd, Ruhe und Ordnung etc. blabla“ singt. Es wäre vielleicht sinnvoll, nicht immer nur den Kassandra-Shuffle zu bringen, sondern von den Linken zu lernen und seinerseits Unterwanderung zu betreiben.

    @Zoé: Natürlich gab und gibt es diese türkischen Gemüsehändler und Hindu-Tempelbesucher und die Schwarzen, die empört und widerständig sind. Ich habe nie das Gegenteil behauptet. Aber ich behaupte, dass, wenn es in einer eigentlich weissen Gesellschaft auf einmal eine übergrosse Zahl von türkischen Gemüsehändlern, Hindu-Tempelbesuchern und Schwarzen gibt, die Bruchlinien der bürgerkriegsähnlichen Konflikte genau entlang der ethnischen Grenzen entlanglaufen, wie man jetzt ja in GB gut sieht. Eine Gesellschaft verträgt nur ein bestimmtes Mass an Fremdem und das Fremde kann sich auch nur in bestimmter Anzahl noch an eine Aufnahmegesellschaft anpassen. Wenn ich sage, dass Europa eigentlich weiss ist, dann tu ich das nicht, um damit zu sagen, dass Weiss gleich überlegen ist. Ich tu es, weil es eine einfache Tatsache ist, die in den letzten Jahren scheinbar vergessen gegangen ist, ja, sogar abgestritten wurde, aber es ist eben eine wesentliche Tatsache.

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  22. Nochmals @O: Offene Gesellschaft? Das ist doch ein Begriff, der recht schwammig ist, ein wahrer Liberalen-Begriff. Was bedeutet das genau? Offen für was und bis zu welchem Mass? Ein Zwillingsbegriff von Multikulturalität, der ebenfalls immer gerne genannt wird und zwar unter der völlig unbewiesenen, nein sogar zweifelhaften, Prämisse, von sich aus etwas Gutes zu beschreiben.

    Nochmal Zoé: Das was O sagte, ist durchaus keine Verschwörungstheorie. Das IST linke, besser gesagt sozialistische Ideologie. Die Abschaffung der bürgerlichen, kapitalistischen Werteordnung IST sozialistisches Ziel. Der lange Marsch durch die Institutionen WAR erklärtes Ziel der Sozialisten und wenn man heute die Zeitungen anschaut, die durchs Band entweder links oder liberal (das ideologische Geschwisterpaar) berichten, sieht man auch, dass dieses Ziel erreicht wurde. Eine Verschwörung braucht nicht zwingend ein Gremium von sinistren, kapuzenverhüllten Gestalten, sie kann sich auch einfach durch das Etablieren einer bestimmten Denkweise und durch ständige Propaganda äussern.

    @Zysi: Sie sollen Ihren Kindern genau das beibringen: Sich zu wehren und zwar mit aller Härte. Unsere Gesellschaft und unsere Kinder müssen ganz dringend wieder verteidigungsfähig sein. Alles andere ist nur Psychotherapie-Gebrabel, denn die Gegner unserer Gesellschaften kommen ihrerseits aus Ländern und Kulturen, in denen kaum einer zum Psychiater rennt wegen Mobbing oder Unfreundlichkeiten, sondern in denen Gewalt noch immer DAS probate Problemlösungs- und Machtmittel ist. Auch so eine Lektion, die ganz Europa wieder lernen muss: Gewalt ist real und es ist besser, diese besser ausüben zu können als die potentiellen Feinde.

    Ganz allgemein: Hat sich sonst niemand darüber gewundert, wie in der allgemeinen Berichterstattung über GB die türkischen Gemüsehändler, die sich zu quasi-Bürgerwehren zusammenfanden, über alle Massen gelobt wurden und wie gleichzeitig die Weissen, die sich teilweise unter Regie der EDL (die in Wahrheit alles andere als Rechtsradikal ist) versammelten, als „rechtsradikal“ verschrien wurden? DAS ist die linke und auch die liberale Propaganda, die einem so auf den Sack geht, wenn ihr nicht mehr von konservativer Seite widersprochen wird.
    Auch diese ewige Leier von „sozialen Missständen“, „Benachteiligten Jugendlichen“ etc. Wie kann man diesen Müll nur noch ernst nehmen?
    Natürlich sind Jugendliche benachteiligt, die noch nie eine Anstrengung unternahmen, irgendwas zu arbeiten, sondern schon vom Alter von zehn Jahren an sich lieber in Gangs einfinden, natürlich nur „weil die Gesellschaft sie gezwungen hat“. Sie sollen auch benachteiligt sein, denn das ist das normale Verhalten einer gesunden Gesellschaft, dass sie nämlich diejenigen benachteiligt, die weder auf materieller noch ideeller Ebene etwas beitragen.
    Und dann der Brüller, der auch in vielen Zeitungen zu lesen war, dass diese Jugendlichen auch soviel Wut verspüren, weil sie keine Chance hätten, die Abitur zu machen. Abitur? Der durchschnittliche kleine Gangster kümmert sich einen Scheiss um Abitur und wüsste nicht mal, was das eigentlich genau sein sollte oder wie man es wo findet.

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  23. hitz, ich würde ihnen ja in einigem recht geben, aber etwas wichtiges lassen sie in ihrer analyse aussen vor: die bedeutung einer funktionalen familie für das gesunde aufwachsen eines kindes. wenn du bis ins alter, in dem du in die schule kommst, noch nie ein buch gesehen hast (geschweige denn dir jemand daraus vorgelesen hat), wenn sich niemand dafür interessiert, ob du deine hausaufgaben machst, wenn bildung in den augen deiner eltern eine vernachlässigbare grösse ist, wenn es ihnen zudem egal ist, bis wann du dich nachts auf der strasse rumtreibst: dann hast du von beginn weg ein grobes defizit. und wenn dann noch die lehrer wegschauen, wenn du nicht zum unterricht erscheinst, und die sozialarbeiter dein stadtviertel nicht betreten (obwohl sie gerade hier dringend gebraucht würden), dann bist du sozusagen am arsch. deine sozialisierung verläuft so weit abseits vom gesellschaftlichen durchschnitt, dass es tatsächlich an ein wunder grenzt, wenn du dir trotz dieser widrigkeiten eines tages eine durchschnittsexistenz aufbauen kannst.

    bei der entstehung dieser dysfunktionalen sozialen milieus hat die gesellschaft weggeschaut, rechts wie links. die quittung dafür wurde ihr nun serviert.

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  24. Zoé: Sie haben Recht, diese Umstände habe ich aussen vor gelassen und das ist ein Versäumnis meinerseits.
    Jedoch IST es auffällig, dass diese Art von dysfunktionalen sozialen Milieus vor allem dort in diesen Ausmassen entstehen, wo man recht selten mal noch das übliche westeuropäische Dumpfbackengesicht zu sehen bekommt.
    Und da wären wir dann wieder bei den Ziegenhirten aus Erithrea (oder Jamaika, Pakistan, Nigeria oder sonstwo), die sich irgendwann mal in einer beliebigen europäischen Grossstadt ansiedelten und erwarteten, dass jeden Moment die gebratenen Tauben angeflogen kommen. Als die gebratenen Tauben dann ausblieben (aber immerhin Sozialgelder flossen), wurden sie immer frustrierter und wütender, weil ihnen einfach nicht die Wertschätzung und Verehrung zuteil wurde, die ihnen als stolze Ziegenhirten doch zustand. Und dann erzogen sie ihre Kinder mit dieser Frustration und Wut und diese versuchten sie dann noch zu übertreffen und erzogen ihrerseits wieder Kinder, die auf diesen Wettbewerb einstiegen und nun allerorten rumkrakeeln und uns fröhliche kleine Bürgerkriegsszenarien bescheren.
    Sie gehen von der Annahme aus, dass mit genügend Sozialarbeitern, motivierten Lehrern und einer aufnahmefreudigen Gesellschaft diese Probleme nicht entstanden wären, aber das Grundproblem liegt darin, dass man Leute einwandern liess, die man gar nicht BRAUCHEN KONNTE, anstatt ihnen von der Grenze her zuzuwinken, wenn sie sich wieder auf den Heimweg machen mussten. Das Grundproblem ist auch, dass die europäischen Gesellschaften das Bild entstehen liessen, dass Leute aus aller Welt und aus allen Schichten ihnen gegenüber eine berechtigte Anspruchshaltung hätten.
    Ich bin je länger desto mehr der Ansicht, dass eine Solidargemeinschaft nur existieren und funktionieren kann, wenn sie unter Leuten existiert, die ein gemeinsames Fundament teilen und dieses Fundament wird eben nicht von einem Reisepass ausgemacht, den man sich schnell mal erwerben kann, ohne dass man wirklich Bürger des betreffenden Landes würde.

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  25. hitz, nur ganz kurz: sie haben unrecht, wenn sie die dysfunktionalen sozialen milieus ausschliesslich im migrantenbereich ansiedeln. astrid hat das segment der weissen sozialhilfeempfänger erwähnt, das sich teilweise über generationen hinwegpflanzt (ähnliches kennt man auch aus deutschland, in amerika spricht man diesbezüglich von 'white trash'). so leicht lässt sich das problem demnach nicht (nur) auf kulturfremde bestandteile reduzieren.

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  26. Natürlich kennt man das auch aus Deutschland und England und allgemein von Weissen, das streite ich gar nicht ab. Was ich aber sagen will und was ich auch sage, ist, dass man gerade darum keine weiteren Unterschichtsmilieus importieren sollte.
    Und ich reduziere gar nichts, aber ich behaupte, dass wenn diese "Milieus" nur von Europäern gebildet würden, sie in sehr überschaubarem Rahmen blieben.

    Und ich weiss, dass ich vergessen habe, bei meinen Ausführungen darauf zu verweisen, dass es auch Weisse, Christen, weisse christliche Männer und ähnliches Gesocks gibt, die ebenfalls Plünderungen durchführen oder Steine werfen oder Sozialhilfe beziehen (was an sich übrigens durchaus keine Schande ist), aber ich bin jetzt sehr erleichtert, dass Sie das für mich nachgeholt haben.
    Man sollte niemals, auch wenn die Bilder aus GB gerade die klarste Sprache sprechen, nur Menschen von anderen Ethnien erwähnen, wenn wir doch auch selber so furchtbar schuldig sind an allem und jedem und darum halt zum Selbstbedienungsladen der Welt verkommen müssen.

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  27. stimmt, hitz, in griechenland hatten wir es mit weissen steinewerfern zu tun. und in ostdeutschland schiebt man die schuld für die sozialmisere zwar den ausländern in die schuhe, aber das eigentliche problem dort liegt woanders.

    mir geht es lediglich um ein ganzheitliches bild, das zu umfassenden lösungsansätzen beitragen kann.

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  28. Ich habe leider nicht viel Zeit, daher nur so viel: Hitz, ich befasse mich im Moment im Wesentlichen mit dem, was bereits da ist. Die endlose Diskutiererei und Schuldzuweisungen sind ja gut und schön, aber sie helfen in der augenblicklichen Situation überhaupt nicht weiter. Daher meine Vorschläge, das 'mollycoddlen' endlich sein zu lassen.
    Und mein Hinweis auf Dänemark sagt ja wohl klar genug, dass auch ich der Meinung bin, dass der Einwanderung, so wie sie bei uns seit Jahren praktiziert wird, ein Riegel vorgeschrieben wird. Und ich glaube auch, dass bei uns längst nicht mehr alles heil und gut ist. Die Anzeichen mehren sich, dass wir genau dieselben Fehler machen, nämlich Menschen aus allen möglichen Kulturen, Religionen etc, ohne etwas von ihnen zu fordern, einreisen lassen und damit die Integration selber verhindern.

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  29. Zoé: Ich kann es gerne noch einmal sagen, wenn es unbedingt nötig ist: Da wir selber genügend Sozialhilfebezüger, Steinewerfer und andere Idioten haben, brauchen wir keine mehr davon zu importieren.
    Und ein umfassender Lösungsansatz ist das, was ich sage, durchaus. Wenn der Westen nämlich damit aufhören würde, alle beschützen, ernähren, aufnehmen und knuddeln zu wollen, hätte er mehr Geld für die Bedürfnisse westlicher Menschen, weniger Unzufriedenheit und weniger dysfunktionale soziale milieus. Klingt ganz furchtbar populistisch, rechtsradikal und böse, böse, ist aber nichts desto trotz ganz einfach wahr.

    Astrid: Sie haben im Grunde genommen Recht. Ich glaube, wir reden so ziemlich vom selben, wenn auch gelegentlich aneinander vorbei. :-)
    Worin ich Ihnen aber widersprechen muss, ist, dass eine "Integration" überhaupt noch möglich ist bei der schieren Menge von Fremden, die der Westen mittlerweile aufgenommen hat. Integration ist nur möglich, wenn die Aufnahmegesellschaft die zahlenmässige Übermacht besitzt, die sie dazu befähigt, sowohl Deutungshoheit über alle möglichen Begriffe wie auch ganz simpel das Gewaltmonopol zu besetzen und durchzusetzen. Diese Mehrheit würde es letztlich auch ermöglichen, dass die Fremden im Siedlungsraum dermassen verteilt werden könnten, dass sich eben gar keine sogenannten Communitys bilden. Denn wenn man erst einmal Communitys hat, ist der Anreiz zur Integration schon lange verschwunden.

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  30. lösungsansatz - alle raus? wird nicht funktionieren. hier müssen andere konzepte entwickelt werden. lösungsansatz - ein zuwanderungsstopp. ja, einverstanden. im gegenzug sinnvolle (!) entwicklungshilfe für dritt-welt-länder. weil, wenn sie die welt da draussen einfach sich selbst überlassen, können sie darauf wetten, dass es irgendwann zum grossen clash kommt. aber garantiert.

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  31. Es WIRD ohnehin zum grossen Clash kommen, die Menschheitsgeschichte neigt da zu Wiederholungen. Und alle raus muss nicht sein, man kann ja diejenigen behalten, die unseren Gesellschaften etwas bringen. Das ist das normale und natürliche Verhalten von Gesellschaften.
    Aber ich fürchte, ihr "wird nicht funktionieren" wird in mittelfristiger Zukunft eines Besseren belehrt werden, denn wenn es so weitergeht wie bis jetzt, werden die stinknormalen Bünzlis und Spiesser in Europa irgendwann einfach die Schnauze voll haben und auch hier hat die Geschichte schon mehr als einmal gezeigt, dass das sehr hässlich werden kann. Anstatt es soweit kommen zu lassen, würde man das sich-verabschieden besser früher und geordnet über die Bühne bringen.

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  32. Es ist jetzt schon zu hören, dass es weiter geht mit der Beschwichtigungspolitik. Man macht eine möglichst grosse Aktion aus der Bestrafung der 'Sünder' und geht möglichst schnell zur Tagesordnung über. Die wirklichen Probleme und Abgründe, die sich aufgetan haben, werden wieder unter den Teppich gekehrt.
    Hitz, ich muss Ihnen sagen, mir fängt das an, Angst zu machen. Ich glaube auch nicht, dass wir gefeit davor sind, dass Aehnliches hier oder in Frankreich, Deutschland etc passiert.
    Aber ähnlich wie in der Finanzkrise: die Hoffnung stirbt zuletzt. Ueber die Ursachen wird gar nicht mehr diskutiert, weil 1. p-incorrect und 2. die Expertokratie die Macht übernommen hat und jeder sich den Experten aussuchen kann, der am wenigsten Handlungsaufwand nach sich zieht.
    Meine Familie in England erzählt mir, dass sich Szenen abspielen wie in einem Polizeistaat - das, nachdem sich Szenen abgespielt haben wie in einem Bürgerkrieg. Aber man darf die Engländer auch nicht unterschätzen - in Krisen kommt oft erst das beste aus ihnen heraus.

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  33. sie glauben, hitz, dass diese leute sich so einfach hinauskomplimentieren lassen werden? in der schweiz ist das, wie gesagt, ein vergleichsweise kleines problem, man hat zudem mit der ausweisungsinitiative schon einmal ein rechtliches instrument in angriff genommen (ob es greifen wird, werden wir sehen). aber gerade in england und frankreich werden sie die arbeitslosen, asozialen und kriminellen elemente nicht loswerden, die dort teilweise seit generationen ihr unwesen treiben. diesen todsicheren clash wird niemand - kein politiker jedenfalls - in kauf nehmen. und da sagt astrid richtig: man wird alsbald wieder zur tagesordnung schreiten und - beschwichtigen.

    insofern haben sie mit ihrem szenario womöglich recht: der clash wird einfach etwas hinausgezögert.

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  34. Zoé, was bezwecken sie? Bei jeder Feststellung ein "ja, aber..." und es bezieht sich immer darauf, dass man die andere Seite (die armen Ausländerkinder stammen aus dysfunktionalen Schichten, bildungsfern, ergo können sie eigentlich gar nichts für ihre Misere) auch noch miteinbezieht.
    Politik kann man so nicht machen. Sie können auf dem Stimmzettel nur Ja oder Nein schreiben, kein Jein, und kein "Ja, aber...".

    Einwanderungsstopp ja, Zoé? Werden sie also den Unterschriftensammlern der SVP ihre Unterschrift geben und der Initiative zustimmen, oder ist das alles nur leeres Geschwätz?
    Haben sie der Ausschaffungsinitiative zugestimmt? Oder finden sie die nur nachträglich gut?

    Das ist dann vielleicht der Hauptunterschied der direkten zur representativen Demokratie: was man in Sonntagsreden richtig findet und gut, muss man gleich selber umsetzen und es nicht irgendeinem besoffenen Deputierten im Anzug delegieren.

    @Hitz:

    Die ofene Gesellschaft und ihre Feinde" von Karl Popper (1945) ist alles andere als ein Wischi-Waschi-Konzept. In einer anderen als der offenen Gesellschaft (Popper wählte den Begriff, weil der Begriff der "Freiheit" wohl etwas arg strapaziert war in jenen Jahren) möchte ich nicht leben, ehrlich gesagt. Je offener die Gesellschaft, je weniger Eingriff hat der Staat auf das Leben der Bürger. Und sie grenzt sich ab vom einfachen liberalen Laisser-Faire dadurch, dass sie ein Chrampf ist, ein ständiger Diskurs findet statt über Werte und Institutionen und die Aushandlung erfolgt über demokratische Prozesse. Machtwechsel gehen ohne Blutvergiessen über die Bühne.

    Sie haben meini eine komische Idee von der Politik, Hitz! Links und liberal sei das gleiche? Genau deshalb bezeichne ich mich oft als rechtsliberal. Und, ahem, wo kennen sie noch eine Konservative, die sich darauf beschränken würde "Frauen zurück an den Herd" zu propagieren? Sie haben schon vom neuen konservativen Geist gehört, der die Leute dies- und jenseits des Atlantik beflügelt seit ein paar Jahren, oder? Dies als Quittung für einige Jahrzehnte linke Experimentiererei und überbordende Sozialstaatsgläubigkeit.

    Jetzt wird endlich aufgeräumt.
    Das verhöhnten bürgerlichen Werte, die christliche Kultur, der abendländische Geist von Freiheit, Recht und Fortschritt schlagen zurück. Was wir brauchen ist ein neues gesundes Selbstbewusstsein.
    Ohne Streiks, ohne Volksstürme, ohne Massendemos, ohne Strassenkämpfe. Sondern allein durch die Macht der Vernunft.

    Ihnen allen einen schönen Tag!

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  35. sehen sie, o., wenn es um ursachenfindung geht, sehe ich keine alternative zum 'ja, aber'. halbpatzige analysen führen zu halbpatzigen lösungen, und von denen hatten wir in der vergangenheit genug, finden sie nicht auch?

    was mein wahlverhalten angeht: ich bilde mir meine meinung vor der stimmabgabe, und ich ändere sie im normalfall nachher auch nicht mehr. in fällen, wo ich mir keine klare meinung bilden kann, stimme ich nicht ab - it's as simple as that. man kann mir somit übervorsichtigkeit unterstellen, nicht jedoch wetterwendigkeit.

    und doch, man kann liberal sein, ohne rechts zu sein. wo hitz links ist, wüsste ich allerdings nur zu gerne (er hat es zwar von sich selbst behauptet, aber ich konnte es bisher aus keinem seiner statements herauslesen).

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  36. PS:

    in den letzten jahren habe ich nur sehr selten nicht abgestimmt.

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  37. ursache: die wichtigste zelle der gesellschaft ist demoliert
    massnahme: rückführung zur solider und beständiger familienpolitik. d.h. für kinder soll eine heirat seiner erzeuger wieder der rahmen sein. scheidungen erschweren.

    dazu eine kleine geschichte.

    Die Lektion der Elefanten von Luangwa
    Die Zerstörung der Elefantenherden in Nordsambia führte zu einem Zerfall der sozialen Strukturen dieser majestätischen Geschöpfe. Darin bergen sich auch für uns Menschen traurige und ernüchternde Lektionen.

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  38. I
    „Gift“ [Geschenk] war eine Waise. Sie war ungefähr fünf Jahre alt, als sie ins Lager von Mark und Delia Owens wanderte. Sie hatte keine Eltern, keine Tanten oder Onkel und wahrscheinlich auch keine Geschwister mehr.

    Durch irgendein Wunder überlebte sie das Abschlachten, dem ihre Familie zum Opfer fiel. Von den späten 1970er bis Ende der 1980er Jahre erschossen gewerbsmäßige Wilderer fast 100 000 Elefanten im Nordluangwa-Nationalpark in Nordsambia – ungefähr 93 Prozent der dortigen Elefanten. Ihr Fleisch, ihre Haut und ihr Elfenbein wurden verkauft. Die sambische Regierung war machtlos gegenüber den professionellen Wilderern.

    Zwei unverhoffte Retter

    1986 kamen Mark und Delia Owens nach Sambia und starteten das „North Luangwa Conservation Project“ (NLCP) mit dem Ziel, den 6200 Quadratkilometer großen Nationalpark wiederherzustellen und zu erhalten. Die Owens hatten sich als Studenten an der University of Georgia kennengelernt und geheiratet. Sie verkauften alles, was sie konnten, packten ihre Rucksäcke und verbrachten sieben Jahre in Zelten in der botsuanischen Kalahari-Wüste. Sie studierten dort schwarzmähnige Löwen und die schwer fassbaren braunen Hyänen in einer Gegend, die so abgelegen ist, dass die meisten Tiere dort noch nie einen Menschen gesehen haben.

    In Sambia wurden Mark und Delia von ihrer eigenen Stiftung und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt unterstützt. Sie halfen dabei, das Wildern einzudämmen, indem sie den örtlichen Kundschaftern mit Ausrüstung, Fahrzeugen, Kommunikationsgeräten, einer Schule und finanziellen Anreizen aushalfen. Als Folge der Zusammenarbeit mit dem Paar wurden die Wildhüter des Nationalparks zu den besten in ganz Sambia.

    Das NLCP betreute vierzehn Dörfer, die dafür berüchtigt waren, gewerbsmäßigen Wilderern Unterschlupf zu gewähren. Mark und Delia arbeiteten in diesen Dörfern, um kleine tragfähige Betriebe aufzubauen und auch andere Alternativen zum Wildern zu bieten, das zuvor die Haupteinkommensquelle in diesem Gebiet gewesen war.

    Almosen wurden nicht verteilt, sondern rückzahlbare Mikrokredite für Geschäftsgründungen. Die Dorfbewohner wurden zum Anbau von zum Verkauf bestimmten Nahrungsmitteln und dem Erlernen der gewerblichen Landwirtschaft angehalten. Mehr als 2000 Familien im Zielgebiet des NLCP profitierten von diesem gemeinschaftlichen Entwicklungsprozess und den landwirtschaftlichen Hilfsprogrammen.

    Das letztendliche Ziel des NLCP war die Entwicklung eines sanften Tourismus im Park. Diese Industrie sollte die Elefanten schützen und Dorfbewohnern, die früher für ihren Lebensunterhalt auf das Wildern angewiesen waren, eine Einnahmequelle bieten. Als Mark und Delia 1986 in North Luangwa ankamen, wurden jedes Jahr 1000 Elefanten und viele schwarze Nashörner gewildert. 1994 war es mit dem Wildern vorbei und die Herde konnte sich wieder erholen.

    Das umfassende Wildern in den fast fünfzehn Jahren zuvor hatte entsprechenden Schaden angerichtet, wie Mark und Delia in einer fast zehnjährigen Studie über die Elefanten lernen sollten.

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  39. II
    Die Zerrüttung der Sozialstruktur

    Afrikanische Elefanten leben normalerweise in engen sozialen Gruppen oder in Familieneinheiten. Die Weibchen bleiben ihr ganzes Leben lang Teil ihrer Gruppe. Die Einheit wird von einem älteren, als Matriarchin bezeichneten Weibchen angeführt, das über 60 Jahre alt werden kann.

    Mütter, Großmütter, Tanten, Schwestern, Cousinen suchen sich gemeinsam ihr Futter und spielen in den Flüssen. Die älteren weiblichen Elefanten bringen den jüngeren ständig mütterliches Verhalten bei. Sie fördern die Bindung zwischen Mutter und Kind, indem sie sie ständig berühren und ihre Körperteile reiben.

    Die Tiere zeigen nur wenig aggressives Verhalten einander gegenüber. Junge Männchen bleiben in der Gruppe, bis sie zwischen neun und vierzehn Jahre alt sind. Dann verlassen sie die Gruppe, um sich eine Partnerin zu suchen. Erwachsene Männchen sind entweder Einzelgänger oder verbringen ihre Zeit mit nur wenigen anderen Männchen.

    Die älteren Weibchen – vor allem die Matriarchin – halten die Familie zusammen und bringen den anderen Tieren bei, wie sie Wasser, Nahrung und Schutz finden und gut im Dschungel und der Savanne leben können. Elefanten gehören zu den sozialsten und kooperativsten Tieren auf Erden.

    38 Prozent der Elefanten in Luangwa hatten keine Stoßzähne. Normalerweise haben ca. zwei Prozent aller afrikanischen Elefanten keine Stoßzähne, aber die Wilderer hatten den Genpool verändert. Sie hatten es gezielt auf Tiere mit Stoßzähnen, die sie als Elfenbein verkaufen konnten, abgesehen.

    Schlimmer als die fehlenden Stoßzähne war, dass die Sozialstruktur der Tiere verändert wurde. Die Familieneinheiten waren kleiner und jünger. Vor dem Wildern waren mehr als die Hälfte der Elefanten über 20 Jahre alt, jetzt waren es nur noch sechs Prozent. Nur wenige Weibchen im besten Reproduktionsalter – 20-45 Jahre – waren am Leben geblieben.

    Die Owenses erkannten, dass es keine weisen, alten Matriarchinnen mehr gab, die die Familieneinheiten führen konnten. Stattdessen wurden sie von Weibchen, die etwa fünfzehn Jahre alt waren, geführt. Manche Gruppen bestanden ausschließlich aus Waisen. Junge Männchen ohne eine Familienstruktur bildeten den Straßengangs vergleichbare Gruppen – sie jagten unwilligen Weibchen hinterher und bekämpften sich untereinander. Die Elefanten des Parks waren auf das Niveau einer Bande umherstreifender Teenager reduziert worden.

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  40. III
    Die traurige Geschichte einer Waisen

    Kommen wir jetzt auf „Gift“ zurück. Der Name war dem verwaisten Elefantenweibchen gegeben worden, das ins Lager der Owenses gewandert war. Sie hatte niemand, der sie trainierte, beschützte oder ihr beibrachte, wie sie sich verhalten sollte. Sie hatte sich zuvor einer der männlichen Gruppen aus halbwüchsigen Elefanten angeschlossen.

    Normalerweise wäre sie erst später in die Nähe männlicher Elefanten gekommen. Die Ovulation setzt bei afrikanischen Elefanten erst im Alter zwischen elf und vierzehn Jahren ein und sie haben ihren ersten Nachwuchs normalerweise nicht, bevor sie mindestens sechzehn Jahre alt sind. Die Owenses beobachteten drei Jahre später erstaunt, dass Gift, jetzt erst acht Jahre alt, ein Baby hatte! Sie war erst halb so alt, wie es sonst für das Gebären sein sollte. Sie war zu einer alleinstehenden Mutter geworden, was in einer normalen Elefantenherde eine völlige Neuheit darstellte.

    Als Folge des Wilderns bestand ein Viertel der „Elefantengruppen“ jetzt nur noch aus zwei Elefanten – einer jungen Mutter und ihrem Baby. Diese Babys sollten ohne die Liebe, den Schutz und das Beispiel älterer und weiserer Lehrer aufwachsen.

    Weil sie jung und verwaist war, war Gift keine gute Mutter. Nur selten berührte sie ihr Baby oder spielte mit seinem Rüssel, was unter Elefanten ein emotionales Band schafft. Aber Gift und ihr Kleines waren nicht das einzige Mutter-Kind-Paar, das in dieser Hinsicht Schwierigkeiten hatte, so wie auch Gift nicht die einzige war, die ohne Familie aufwuchs.

    Als Gift sechzehn wurde – das normale Alter für eine Erstgeburt – hatte sie bereits drei Junge und war auch schon eine Großmutter. Wie unterschiedlich ihr Leben doch verlaufen wäre, wenn sie von einer normalen Familie aufgezogen, betreut, trainiert und geliebt worden wäre.

    Nur die Zeit wird zeigen, ob die Elefanten in Luangwa sich je wieder erholen werden und die Familienstruktur zurückgewinnen können, die ihnen seit Jahrtausenden Stabilität vermittelt hat. Aufgrund des Einsatzes der Owenses und des NLCP nehmen diese majestätischen Tiere wieder an Zahl zu. Es gibt Hoffnung für ihre Zukunft.

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  41. IV
    Eine Lektion für uns

    Mark und Delia Owens haben die Bücher Cry of the Kalahari und The Eye of the Elephant veröffentlicht. Wenn Afrikaner lesen, welche unglaublichen sozialen Veränderungen bei diesen Elefanten bewirkt wurden, vergleichen sie die Symptome oft mit dem, was heute in Afrika als Folge der AIDS-Epidemie vor sich geht.

    Ich stieß vor einigen Jahren während eines Aufenthalts in einer Jugendherberge in Livingstone in Sambia auf die Arbeit von Mark und Delia Owens. Meine Frau und ich waren nach Botsuana und Sambia gereist, um unsere älteste Tochter Hollie zu besuchen, die damals als Medizinstudentin im größten Krankenhaus in Gaborone in Sambia arbeitete.

    Sie sagte uns, dass es in dieser Gegend sehr wenige Menschen im Alter zwischen 25 und 60 Jahren gibt, die noch am Leben sind. Überall im südlichen Afrika hat AIDS schweren Schaden verursacht. Ganze Dörfer sind verlassen und Waisen müssen für sich selbst sorgen oder werden von Angehörigen oder in Waisenhäusern erzogen.

    Diejenigen von uns, die im Westen leben, können sich, wenn auch auf andere Weise, mit den Folgen einer zerstörten Familienstruktur identifizieren. Seit den 1960er Jahren haben in der westlichen Gesellschaft radikale soziale Veränderungen stattgefunden. Unsere Epidemie von ledigen Müttern und Gangs von jungen Männern, die gewalttätigen Aktivitäten nachgehen, erinnert auf unheimliche Weise an ähnliche Erfahrungen der Elefanten von Luangwa.

    Die Familie ist entscheidend für das Überleben
    Es war die Absicht unseres Schöpfers, dass die Familienstruktur der Elefanten ihnen Stabilität, Sicherheit und lebenslange enge Beziehungen eröffnen sollte. Sie schafft auch die Möglichkeit, den Jungen zu vermitteln, wie sie sich als Erwachsene zu verhalten und zu handeln haben. Das Gleiche gilt für die Familienstruktur, die Gott für die Menschheit entworfen hat.

    Jesus Christus hat in direkter Weise bestätigt, dass unser Schöpfer, da er der Urheber der Ehe ist, die Familie als Basiseinheit für die Menschen entworfen hat: „Habt ihr nicht gelesen: Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein?“ (Matthäus 19,4-5).

    Jesus fügte dann noch hinzu: „So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden“ (Vers 6). Leider gab es während der letzten Generation unerbittliche Angriffe gegen die Einrichtung der Ehe, wobei in vielen Fällen das auseinandergerissen wurde, was Gott eingesetzt und zusammengefügt hat. In einer bestimmten Weise unterscheidet sich das nicht so sehr vom Wildern.

    Einige Jahrzehnte nach Jesu Bestätigung der Ehe fügte der Apostel Paulus hinzu, dass das fünfte Gebot – „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“ – „das erste Gebot [ist], das eine Verheißung hat“ (Epheser 6,2). Und was ist diese Verheißung? „Dass du lange lebest und dir’s wohlgehe“ (5. Mose 5,16).

    Eine positive, liebevolle Familie ist der größte Segen sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Das trifft auf Elefanten zu und es trifft auch auf Menschen zu. Wenn diese familiäre Umgebung fehlt, erleben wir das Gleiche, was die Elefanten in North Luangwa durchgemacht haben.


    oder schon durchmachen....

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  42. zysi, vielen dank für diesen eindrücklichen bericht. einer der zentralen problemfaktoren in england scheint tatsächlich zu sein, dass alleinstehende junge frauen kinder bekommen, um ihre existenz abzusichern - die nebenwirkung einer gutgemeinten, aber verfehlten sozialpolitik. in amerika gab es dieses phänomen auch, jedoch hat es markant abgenommen, seit die bezugsdauer von sozialhilfegeldern für gesunde erwachsene auf maximal fünf jahre gekürzt wurde. dieser einschnitt wurde allerdings durch flankierende massnahmen - einrichtung von kindertagesstätten etc. - begleitet.

    mein schwiegervater hat in den 1970er jahren nach einem längeren aufenthalt in minnesota einige jahre in ghana für ein grosses schweizer unternehmen gearbeitet. er war am aufbau einer firmenniederlassung beteiligt, die gezielt einheimische kräfte heranschulte. das war wohl nicht immer einfach, und er und seine frau schliefen grundsätzlich mit einer pistole unter dem kopfkissen. dennoch er ist nach wie vor überzeugt, dass dies die einzige form von entwicklungshilfe ist, die die afrikanischen länder auf lange sicht voranbringen könnte.

    (ich könnte jetzt geschichten aus der frühzeit der sozialistischen industrialisierungswelle in den 1920ern anfügen, um zu veranschaulichen, was für probleme entstehen, wenn eine ländliche mentalität urplötzlich auf technisierte, urbane ansprüche trifft, aber das lasse ich jetzt sein. nicht jedoch ohne zu erwähnen, dass vielen arbeitern noch vor der eigentlichen fabrikschulung zivilisatorische grundlagenkenntnisse der basalsten art vermittelt werden mussten. und genau hier stiess stalins programm an seine grenzen: der neue mensch, den es für dessen umsetzung brauchte, gab es nicht, und der alte wollte sich partout nicht dazu ummodellieren lassen.)

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  43. O: Betreffs offener Gesellschaft muss ich sagen, dass ich in dem Fall nicht ihr Hintergrundwissen habe, was die Begriffsdefinition anbelangt. Ich gebe zu, dass ich diesen Begriff eigentlich nur aus linkem Gebrauch kenne und da wird er ständig dann angeführt, wenn man sagen möchte, dass wir doch eigentlich ein Selbstbedienungsladen sind und jeder von überallher bei uns willkommen ist und ein Gschänkli gibt’s dann auch grad noch. Nach Breivik wurde ja allerorten von dieser „offenen Gesellschaft“ geredet und da war genau das damit gemeint: Jetzt sind wir noch offener und verschicken am liebsten noch Einladungskarten im Prägedruck an jede Haushaltung am Hindukush.

    Was meine Bezeichnung von Links und Liberal als Geschwisterpaar anbelangt, haben Sie mich falsch verstanden. Ich sage mitnichten, sie seien das gleiche, ich sage, sie sind Geschwister und diese Behauptung ist beileibe nicht aus der Luft gegriffen. Sowohl links wie auch liberal gehen beide von utopischen Zukunftsvisionen und von idealisierten Menschenbildern aus. Aber das können andere besser erklären als ich, zum Beispiel der Mann auf dieser Seite mit folgenden zwei Artikeln:
    http://korrektheiten.com/2010/10/16/mein-neues-buch-die-liquidierung-der-zivilisation/
    http://korrektheiten.com/2010/11/11/zur-dialektik-des-liberalismus/
    Die Texte von Kleine-Hartlage kann ich grösstenteils nur empfehlen, der Mann ist zwar total unlustig, aber mit einem bewundernswert scharfen Blick ausgestattet. Ich für meinen Teil hatte bei etlichen seiner Texte das Gefühl, dass der genau das formuliert hat, was ich so schon immer mal gerne gesagt hätte.

    Ich gebe zu, dass das mit den Konservativen, die die Frau zurück an den Herd schicken wollen bzw. dass ich so was jemals von einem Konservativen gehört hätte, übertrieben war. In Wahrheit habe ich nämlich bis ungefähr 2001 überhaupt gar nichts mehr von Konservativen gehört. Und ja, jetzt hört man sie wieder und ich räume es gerne ein: Die einzig brauchbaren Zustandsanalysen der heutigen Zeiten kommen von konservativer Seite

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  44. Zoé: Es ist erstaunlich, was wir heute alles einer liberalen bis linken Meinungshoheit verdanken. Sie z.B. haben auch völlig selbstverständlich die Annahme übernommen, dass Leute, die einmal eingereist sind quasi per Naturgesetz im Gastland bleiben MÜSSEN. Wenn man sie rauswerfen würde wollen, könnten sie sich ja wehren und das wollen wir ja nicht, nicht wahr? Mit allem Respekt, das ist Sozialarbeiterdenken. Es gibt aber auch Militär- und Polizeidenken und das sagt einfach: Wenn wir euch nicht mehr wollen und ihr euch dem widersetzt, dann werfen wir euch halt einfach unfreundlich raus. Und dieses Denken ist doch einiges näher an der menschlichen Realität, wie sie sich seit Jahrtausenden darstellt.

    Dass Sie übrigens schon fast ein wenig empört bemerken, dass ich hier noch gar nichts linkes geschrieben hätte, amüsiert mich ein wenig. Wieso sollte ich? Wir reden hier nicht von Themen, die mein Linkssein tangieren würden und wir haben doch heute schon genügend Klatschbasen, die auf jede Problemstellung irgendeinen linken Zuckerbeutelspruch anwenden zu müssen meinen.
    Ich bin kein Sozialist und kein internationalistischer Hansguckindieluft. Für mich ist links sein eine Frage davon, wo man sich in Konfliktsituationen sozialer Art positioniert: Auf der Seite der Schwächeren oder auf jener der Stärkeren. Links sein ist für mich und war für mich schon immer im Prinzip das Gleiche wie christlich sein, einfach ohne Gott und ohne Weihrauch (obwohl ich gegen beide überhaupt nichts habe, alleine mir fehlt der Glaube).
    Die Sache ist einfach die, dass das, was heute als links sein auf die Welt einprasselt reiner Marxismus ist und ich mochte Marx noch nie. Ich mochte auch Bakunin noch nie und wie die anderen alten, bärtigen Kerle sonst noch hiessen, aber Bakunin hat immerhin klar erkannt, wo bei Marx die totalitären Schwächen sitzen. Und ausserdem produziert diese Art von links sein ebenfalls Opfer und das sind heute die autochthonen Bevölkerungen von Westeuropa. Diese werden nämlich von Eliten über den Tisch gezogen, die sich lieber um die Interessen von irgendwelchen Wüstenvölkern kümmern als um diejenigen der eigenen Leute und aus diesem Grunde positioniere ich mich heute auf der Seite der europäischen Völker und der europäischen Kultur.

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  45. Auch die Meinungsfreiheit war mir schon immer ein linkes Anliegen, aber genau diese wird heute ebenfalls von links torpediert, indem nicht mehr länger gefragt wird, ob Behauptungen (wie z.B. diejenigen von Breivik, Broder, PI-News, Fjordman etc.) wahr sind, sondern ob sie moralisch sind, in dem Sinne, dass sämtliche moralischen Prämissen von links gesetzt werden. Das ist für mich inakzeptabel und somit ein weiterer Grund, weshalb ich mich heute auf die Seite der Konservativen und Rechten stelle. Die haben nämlich ebenfalls das Recht, ihre Meinung zu äussern und sie haben vor allem die Fähigkeiten, die Wirklichkeit zu deuten.
    Es ist am Ende immer so: Jene, die die Meinungshoheit besitzen, brauchen Widerspruch und der kommt heute von Rechts, also unterstütze ich, trotz meiner linken Sozialisation und vieler meiner linken Ideale die Rechte.
    Ich selber sehe das nicht als Widerspruch, sondern lediglich als Konsequenz. Mir ist die Anwendung meiner Ideale nämlich nicht nur wichtig für die Leute, die genau die gleichen Bücher gelesen haben wie ich und in den gleichen alternativen Kuscheltreffs rumhängen, sondern für ALLE, wobei ich aber, und das gebe ich zu, die Dringlichkeit hierarchisch ordne:
    Als Erstes interessiert mich die Schweiz, dann unsere Nachbarn, dann Westeuropa, dann Europa als Ganzes und dann irgendwann der Rest der Welt.
    Es tut mir leid, wenn ich somit nicht dem Bild des Linken entspreche, das Sie sich vielleicht gemacht haben, aber das mag damit zusammenhängen, dass mir der Anarchismus schon immer näher stand als diese unlustigen und diktatorischen Marxisten, die eigentlich nur die Herrschaftsverhältnisse umkehren und somit selber Herrschaft ausüben wollen.
    Ich könnte noch mehr darüber schreiben, z.B. dass ich trotz linker Sozialisation und Ideale es einfach nicht fertig bringe, das rousseausche Menschenbild anzunehmen, sondern das konservative für realistischer halte. Oder dass ich mit Humanismus schon immer nur partiell etwas anfangen konnte. Oder dass ich noch nie annahm, dass meine Ideale diejenigen von allen sein müssen. Oder oder oder….aber das muss mal reichen. Ist ja auch schon ziemlich genug.

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  46. @Zysi: danke für den Bericht, dass ihnen noch niemand biologistische Logik vorgeworfen hat, hängt allein damit zusammen, dass hier der Pöbel keinen Zutritt hat. Nicht wahr, man ist sich einig, dass Vergleiche zwischen Menschen- und Tierwelt so nicht gezogen werden, wenn man aber schwule Pinguine entdeckt jubilieren die Gutmenschen.

    Dass man das Etikett "traditionalistisch", "ewiggestrig" offensiv und selbstbewusst tragen sollte, wie eine Federboa in Neofarben ist mir schon lange klar. Wussten sie, dass in US-Gefängnissen 70% der ganz üblen Burschen mit mehrfachlebenslänglichen Haftstrafen von alleinerziehenden Müttern erzogen wurden?

    Ich wurde am Heftigsten angefeindet früher im MB, wenn ich in diese Kerbe schlug. Das sog. Selbstbestimmungsrecht der Frau thront einsam an der Spitze der modischen Rechtsauffassung und ist stärker als so säkularisiert-zivile grundlegende Prinzipien, wie der Schutz des Lebens oder die Rechte des Kindes oder eine gleichberechtigte Gestaltungsmacht der Elternteile bezüglich der gemeinsamen Kinder.

    Dazu kommen die bekannten Bestrebungen, die tradierten Familienmuster als solches zu beschädigen, sei's als gezielte Dekonstruktion von linker und (hier stimmts leider, @Hitz) gesellschaftsliberaler Seite, sei's als soziale Degenerierung sui generis im Lichte des Konsumismus und des Fürsorgerstaates.

    Die arbeitsteilige Einehe zwischen Mann und Frau zum Zwecke der gemeinsamen Kinderaufzucht - ich sagte schon immer: es gab kein Konzept, keine Ideologie, keine Religion, kein Prinzip whatsoever, das mehr zur erfolgreichen geistigen und sozialen Weiterentwicklung der Spezies Mensch beigetragen hätte.
    Vor allem gibt es dazu keine Alternativen, alles andere ist ein Rückschritt in die Barbarei und ins Chaos.

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  47. @Hitz: Das Stichwort lautet Kritische Theorie von Adorno/Horkheimer, dann Habermas. Das ist nichts weiter als akademisierter Marxismus. Sie steckt wie ein giftiger Stachel im roten Fleisch der (vor allem der deutschsprachigen) Geisteswissenschaft.
    Diese Leute verwenden gern die Nebelpetarden des schrankenlosen Relativismus, um ihre wahren Absichten zu verbergen: die Gesellschaft nach links hin zu verändern.

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  48. Der "Politikexperte" (einer mehr!) Hanspeter Kriesi heute auf Newsnetz:

    "Wirtschaftskompetente Parteien verlieren normalerweise in solchen Krisensituationen. Die SVP hat ihren Wahlkampf ganz auf das Thema Migration ausgerichtet. Zur Wirtschaft hat sie offenbar relativ wenig zu sagen."

    Was die Konservativen im Gegensatz zu den anderen immer schon kapiert haben: wenn die Politiker auch noch Wirtschaftslenker und -regulierer sein wollen, kommts immer schief. Umgekehrt funktioniert es hingegen fast immer, dies als Nebenbemerkung. Die Politik muss gar nichts "sagen". Soll sich auf ordnungspolitischen Purismus konzentrieren und sonst - im Interesse aller - den Latz halten!

    Für das Kriesi heisst "Wirtschaftskompetenz" wohl, wenn man möglichst viel zur Wirtschaft quatschen kann oder wie? Es ist die keynesianische Verirrung, der Irrtum, dass der Staat in die Wirtschafts eingreifen soll, der ja im Grunde zur gegenwärtigen Situation geführt hat. Deshalb sind die USA verschuldet und daran leidet der Euro.

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  49. Hitz, das war doch keine empörte, sondern eine interessierte Nachfrage. Was Sie mir immer unterstellen.

    O., wer, bitte, arbeitet heute noch in den Geisteswissenschaften auf Basis der Kritischen Theorie? Weit ärgerlicher ist die grassierende Franzosen-Gläubigkeit: Foucault in Ehren, aber was die Literatur- und Medienwissenschaftler teilweise daraus machen, ist ein Graus. Und wehe, sie kriegen dazu noch Derrida, Deleuze oder Lacan in die Finger...

    Ansonsten muss ich gestehen, geniesse ich das Sommerwetter, empfange Besuch und feiere Geburtstage. Ein schönes Rest-Wochenende allen!

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  50. PS:

    wie fähig die wirtschaft zur selbstregulierung ist, hat man bei der letzten finanzkrise gesehen, als der staat milliarden in marode banken pumpen musste. und bei allen anderen krisen zuvor. siehe rogoff, this time is different.

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  51. p.s.: der Staat "musste" nicht. Er tat es freiwillig. Die Politik meinte, intervenieren zu müssen. Das hätte sie besser nicht. Denn heute ist sie pleite.

    Auch im Fall UBS hätte der BR die Staatskrücke verweigern können und die Bank pleitegehen lassen können. Was wäre die Folge gewesen? Verkauf an die DB oder etwas anderes. Die UBS ist ja kein Regiebetrieb, oder?
    DEr Unterschied ist, dass der Staat an dem UBS-Deal noch verdient hat.

    George W. Bushs schlimmster Sündenfall sind seine Keynesianischen Interventionen 2003 und 2008. Nicht dass Obama diesbezüglich eine intelligentere Politik im Sinn hätte, aber diese Überlast hat er - man muss es einmal sagen - von Bush übernommen.

    p.p.s.: Und vergessen wir nicht, was zum Beinahe-Bankrott geführt hat: die Schuldendecke sollte einfach nochmal angehoben werden, ohne dabei mehr einzusparen. Kann mir jemand erklären, was daran unverantwortlich sein soll, wenn sie die Tea Party sich gegen diesen Schlendrian wehrt?

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  52. p.p.p.s.: ist es ihr eigener Geburtstag? Wenn ja, dann herzliche Gratulation; wenn nein, dann einfach so viel Vergnügen!

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  53. nein, nicht mein eigener. umso stressfreier die feier...

    und o., nicht das anliegen der tea party wurde von einem grossteil der kommentatoren als grundfalsch bezeichnet, sondern die art und weise ihres agierens. letzteres ist auch gestandenen republikanern ein dorn im auge. die us-politik verkommt zu einem dauerwahlkampf schriller töne, der keine konsensfähigen lösungen mehr zulässt. dies unter einem präsidenten, dessen ausgewiesenes ziel es war, brücken zwischen den parteien zu bauen - was mit ein grund dafür war, dass er gewählt wurde.

    à propos: haben sie schawinskis kolumne gelesen?

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  54. Sind Geburtstagsfeiern für sie stressvoll?

    Die Konservativen müssen sich neu orientieren, dann klappt das schon. Bachmann macht in Iowa jedenfalls eine gute Figur. Klar scheint mir, dass derzeit im konservativen Lager mehr Dynamik, mehr Dissens, mehr Grundsatzdebatte, mehr Diskurs am Laufen ist als auf der müden Gegenseite. In einem Land, das wirklich praktisch Halb-Halb geteilt ist, mit Wechselwählern, die alle vier Jahre den Stichentscheid fällen, ist halt alles etwas - wie soll mans nennen - gschwinder, lauter und härter als bei uns. "Verkommen" würde ich das deswegen nicht nennen.

    Was sagt er denn der Schawinski?

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  55. natürlich sind geburtstagsfeiern stressvoll, wenn man sie selbst vorbereiten muss.

    schawinski sagt dasselbe wie ich kürzlich: die öffentliche infrastruktur in den usa ist in einem erbärmlichen zustand. und zieht daraus schlüsse.

    was sie nicht verstehen wollen, o.: viele amerikaner haben die dauerpolarisierungen satt. sie haben obama gewählt, weil sie sich ein ende der sinnlosen abnützungskämpfe erhofften. bleibt nur die frage, wer die quittung für das vergiftete politische klima bei den nächsten wahlen serviert bekommen wird.

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  56. Btw, von solchen Anglizismen sollten wir uns hüten ("stressvoll"), selbst wenn sie männiglich höchstselbst einführt...

    Ja, was kümmert mich die Infrastruktur in den USA? Was kümmert sie Schawinski? In französischen Provinzkäffern und britischen Vorstädten ist sie kaum besser. Auch in New York habe ich pitoyable Sachen gesehen und New York wird bekanntlich nicht von der Tea Party regiert. Ebenso wenig die Schweiz von der SVP. Diese Kolumne ist nichts als Gezeter.

    Sollten wir die Sorge um Trottoirs und Strassen nicht den Amerikanern überlassen? Herr Schawinski outet sich hier als echter Schweizer Bünzli-Tourist! Und wenn er in einem Mehr an Brückensanierungen und im blinden und etwas peinlichem Aktionismus (treu nach Keynes) der Zürcher Stadtregierung ein Mehr an Lebensqualität für die Bürger erkennt - ja, dann kann man ihm auch nicht mehr helfen.

    Tatsache ist, dass der Mittelstand auch in den USA das grösste Steueraufkommen beiträgt - diese Leute achten in der Regel sehr genau, wohin ihr Geld fliesst. In der Schweiz wie in den USA.

    Wo zahlt eigentlich der Millionär Schawinski so gern seine Steuern für Baustellen?

    In der gleichen Sonntagszeitung findet sich übrigens ein Interview mit Gerard Dépardieu. Der liefert 70 Prozent seines Einkommens an den französischen Staat ab. Und findet Sarkozy mache einen ordentlichen Job. Die Linken redeten immer noch so wie zur Zeit Mitterrands, findet Dépardieu, die hätten nichts dazugelernt.

    Eine Zeitung, viele Meinungen. Wo bleibt das differenzierte Denken, Zoé?

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  57. sie vergleichen provinzkäffer und vorstädte mit metropolen? in der tat, das ist differenziert.

    mein lieber, hier geht es darum, wie sich eine sogenannte weltmacht vor aller augen präsentiert. und wenn schon die intrastruktur marode ist, was meinen sie, wie ist es dann wohl um den rest bestellt?

    für mich war das früher immer der sinnbildliche unterschied zwischen der schweiz und der heimat meiner eltern: der zustand der autobahnen.

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  58. die infrastruktur. man sollte morgens nicht schreiben, bevor man nicht wenigstens einen kaffee intus hat.

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  59. und noch einmal zur infrastruktur und anderem. ich weiss, sie werden den zitierten artikel nicht goutieren, zumal er nur so vor tendenziöser einfärbung strotzt. dennoch sollte man über folgende aussagen nachdenken:

    "Nicht kleiner ist die Kluft seit 9/11 geworden, sondern breiter noch, ökonomisch, kulturell, von der Bildung wie vom Geld her. Trotzdem dämmert es dem Volk inzwischen, dass der endlose Krieg nicht mehr bezahlbar ist; warum, so fragt es zornig, wird Infrastruktur in Kandahar und Mosul mit unseren Steuergeldern gebaut, obschon zu Hause die Schlaglöcher so gross und tief wie Badezuber sind? Wieso Schulen für Afghanistan, wenn doch daheim Zehntausende Lehrer entlassen werden? So steht Osama Bin Laden auch im Tod nicht nur für das von ihm begangene Verbrechen; er steht zudem für ein vergeudetes Jahrzehnt. Der Niedergang des Sowjetreichs begann nicht in Afghanistan, wohl aber beschleunigte der Feldzug des Kremls den Abstieg sowie die nachfolgende Implosion. Ähnliches kann vielleicht einmal von den USA gesagt werden, zumal der Aufstieg Chinas und Indiens und anderer Schwellenländer die Gewichte neu verteilt.

    Nein, der Weg zu Prosperität und Glanz führte nicht durch Bagdad und Kabul; inzwischen erforderte er ein grundsätzliches Umdenken aussenpolitischer Ziele mitsamt des politisch Machbaren. Wenn die Annalen des Jahrzehnts nach 9/11 einmal geschrieben werden, kann der Beginn der amerikanischen Malaise vielleicht in die Zeit nach jenem schrecklichen Tag im September zurückverfolgt werden, als der 'Kriegspräsident' bereits die Weichen stellte für den Einmarsch im Irak im Namen des 'Kriegs gegen den Terror'."

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Das-vergeudete-Jahrzehnt/story/20262779

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