Montag, 1. August 2011

720 Jahre - Herzlichen Glückwunsch


Schweizerische Eidgenossenschaft
Republikanischer Bundesstaat
Wahlspruch: "Unus pro omnibus, omnes pro uno"
Gründungsjahr 1291
Unabhängigkeit 1648, Bundesstaat seit 1848
Fläche: 41'285 km²
Einwohner: 7,639,961
(davon ca. 1,8 Mio. ausländische Mitbürger
)
Sprachen:
Deutsch 63,7%
Französisch 20,4%
Italienisch 6,5%
Serbokroatisch 1,5%
Albanisch 1,3%
Portugiesisch 1,2%
Spanisch 1,1 %
Englisch 1,0%
Rumantsch 0,5%
andere 6%
Religion:
Römisch-Katholisch 41.8%
Protestantisch 35.3%
Muslimisch 4.3%
andere 7,5%
Konfessionslos 11.1%
BIP (per capita) 67'560 $ (Rang 4 weltweit)
Wachstum ca. 2,4 %
Human Development Index 0,874 (Rang 13 weltweit)
Arbeitslosigkeit 3,9%

Kommentare:

  1. Gründungsjahr: 1291? *hüstel*

    AntwortenLöschen
  2. Wer hats erfunden? Nun, es gab ja noch kein Patentamt, wo man es sofort hätte anmelden können...

    AntwortenLöschen
  3. Dieses Landfriedensbündnis Anfang August, dessen mannigfach modifiziertes Bildmaterial und dessen Aussage mir grundsympathisch ist, war eines unter anderen. Als treibende Kräfte in Richtung "Schweiz" und als konstitutiv müssen Städte gelten: Zürich, Bern, Basel. Das passt natürlich ideologisch nicht so gut...Der Gründungs-Mythos mit all den für einen Mythos und die Fabrikation von Identität, Zusammenhalt und Tradition legitimen Ingredienzen ist für mich überhaupt kein Problem, solange er mir nicht als Fakt aufs Auge gedrückt wird.

    Die Kernidee, dass es einen innerschweizerischen Mittelpunkt gibt, der bis 1848 nach und nach umringt und ergänzt wird, ist historisch falsch.

    Im Mittelalter gibt es keinen Staat.

    Ich führe darüber keine weitere Korrespondenz.

    AntwortenLöschen
  4. ist doch schnurz. Hauptsache es gibt sie, die Schweiz.

    AntwortenLöschen
  5. Zum ersten mal sagt Schawinski etwas Vernünftiges in seiner SZ-Kolumne von gestern ("Meine 1.-August-Rede"):

    "Bei uns wird in der politischen Auseinandersetzung seit kurzem ein emotional aufgeheizter Begriff verwendet: «Hasser». Dieser Ausdruck hat eine doppelte Bedeutung. Ein Hasser ist jemand, der mich und meine Seite mit jeder Faser verneint. Die effektivste Methode, wie ich auf einen Hasser reagieren kann, ist, dass ich ihm mit derselben Ablehnung begegne. Damit wird er zu etwas anderem als ein Konkurrent oder Gegner. Er ist nun jemand, den ich ebenfalls hassen darf und soll. So wird das Gefühl des Hasses gesät, mit dem niedrigste Instinkte bedient werden. Ist dies einmal geschehen, dann gelten die alten Regeln nicht mehr. Dann wird alles möglich. Auch Oslo.

    Worte üben Macht aus. Mit ihnen wird der Boden für mehr als bloss verbale Gewalt geebnet. Deshalb sollte das zerstörerische Wort «Hasser» geächtet und aus unserer politischen Diskussion verbannt werden. Es ist zutiefst unschweizerisch und demokratiefeindlich."

    Daran soll denken, wer demnächst wieder meint, eine ganz bestimmte Partei verbreite ein Klima des Hasses, Kritiker einer schrankenlosen Einwanderung seien Islam- oder Fremdenhasser etc.

    AntwortenLöschen
  6. Und hier gleich noch einer, der mich für gewöhnlich nervt, nämlich der Psychoanalytiker Peter Schneider im Tagi vom letzten Freitag:

    "Sind computerspielende Scheidungskinder besonders gefährdet, zu Monstern zu werden,w eil im Wertevakuum der Vaterlosigkeit jener Antifeministische und antimultikulturelle Hass gedeihen kann, der Breivik zu seinem Massenmord getrieben hat? Kategorisierungen von Menschen schreiben nicht nur (statische) Kausalitäten zu, sie enthalten auch Konzepte möglicher Prävention: Muss man also nicht wieder die traditionelle Familie stärken?
    Aber hat das nicht genau das auch Breivik gesagt? Die Kurzschlüssigkeit solcher Erklärungs- und Vorbeugemodelle hat das ihrige dazu beigetragen, dass Erklären und Verstehen überhaupt in Verruf geraten ist. Nur intellektuelle Weicheier wollen nicht einsehen, dass es ein radikales Böses "an sich" gibt: das Böse, um der Lust am Bösen willen.

    Auch wenn man den Unmut über das grassierende hilflose Psychologisieren und Soziologisieren teilt, muss man doch nicht gleichzeitig den totalen Erklärungsverzicht für einen Fortschritt in der Theoretisierung des Bösen halten. So wenig wie man sich bei Breivik entweder für eine Diagnose paranoider Geistesgestörter oder politischer Attentäter entscheiden muss. politik und Wahn shliessen sich keinesqwegs aus.
    Und wie das Beispiel der Anti-Islamisten zeigt, haben sichpolitische Paranoia und paranoische Politik längst vom geschlossenen Weltbild einer von den Weisen von Zion gesteuerten Weltverschwörung verabschiedet. Der Anti-Multikulturalismus dws Anders Breivik ist in sich selbst eine postmoderne Patchwork-Konstruktion, die nicht zwangsläufig antisemitisch, dumpf antiliberal und reaktionär sein muss. Sogar ironische Züge lassen sich darin ausmachen.

    (...)

    'Wer kritisch über Zuwanderung redet, ist noch kein Breivik, sondern ein besorgter Mensch, der die Probleme nicht unter den Teppich gekehrt haben möchte?, schreibt Roger Köppel und hat damit zweifellos recht."

    AntwortenLöschen
  7. schawinskis kolumne habe ich (wie so oft) überlesen, den peter schneider-text übersehen, daher danke fürs gewinnbringende rezitieren.

    "Der Gründungs-Mythos mit all den für einen Mythos und die Fabrikation von Identität, Zusammenhalt und Tradition legitimen Ingredienzen ist für mich überhaupt kein Problem, solange er mir nicht als Fakt aufs Auge gedrückt wird." - lina, das unterschreibe ich.

    AntwortenLöschen
  8. liebe lina, du weisst, ich möchte mit diesen leidigen geschichten nichts mehr zu tun haben. aber bevor du dich in etwas verrennst: der originale blaue eisenhut, der sich auch heute morgen in der lounge zu wort gemeldet hat, ist nicht katharina. da bin ich mir völlig sicher.

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Zoé, kannst du denn den originalen Blauen von einem anderen Blauen unterscheiden? Mir gelingt das nicht.

    Bitte bedenke, dass der Hut ausgeflippt ist, nachdem ich Katharina als "boshaft" beschrieben hatte. Mir scheint, es gebe da eine Kausalität.

    Gerne lese ich deine Meinung dazu.

    AntwortenLöschen
  10. eine kausalität gibt es.

    der originale eisenhut hat gestern abgestritten, für die wiederauflage der pornogeschichte verantwortlich zu sein (und schob heute die schuld dafür o. in die schuhe). dieser originale eisenhut, wer denkst du, könnte es sein, wenn es nicht katharina ist? ich meine, dass es inzwischen offensichtlich ist. dasselbe muster (die verteidigung katharinas) haben wir schon im mb erlebt, von derselben person, unter einem ihrer weiteren nicks.

    bedenke auch die zeitverschiebung: katharina postet tagsüber nie vor dem frühen nachmittag.

    dies alles ist nicht als eine verteidigung katharinas gedacht. aber wenn schon, sollte der eisenhut-verdacht die richtige person treffen. noch effektiver wäre es in meinen augen, diese ganzen (halb-)anonymen und ihre böswilligen und gesprächszersetzenden unterstellungen kollektiv zu ignorieren, ihnen kein forum zu bieten. aber ja, das ist leichter gesagt als getan.

    AntwortenLöschen
  11. liebe astrid, auch an dich: ich habe dir damals gesagt, dass katharina nicht der rum tum tugger ist - und ich hatte recht. achte zudem auf die sprachmuster: katharina könnte nie so schreiben wie der eisenhut.

    AntwortenLöschen
  12. Ich dachte, wir wollen hier nicht über Abwesende sprechen und nicht die Threads mit Kleinkram aus den Latrinenblogs verunreinigen...?

    Aber wenn wir schon dabei sind: ich habe den Überblick auch nicht mehr. Diese Gehässigkeit passt jedenfalls gut auf die Irre von Santa Barbara. Aber das ist auch gleich das ganze verhängnis: man mutmasst nur noch. Das könnte Tigri geschrieben haben, das könnte Orlando unter falschem Namen gepostet haben, diesen Nick hat mir dort einer geklaut...das Ziel und die Absicht ist Chaos.

    Siehe zum Bösen auch Schneider weiter oben.

    AntwortenLöschen
  13. ja, o., wir wollen das nicht mehr tun. aber es ist niemandem geholfen, wenn falsche verdächtigungen die runde machen.

    katharina hat einen leicht identifizierbaren, etwas gestelzten schreibstil, den sie selbst im privaten nicht ablegen kann. inwieweit sie mit dem eisenhut unter einer decke steckt, kann ich nicht beurteilen.

    AntwortenLöschen
  14. "ausgerechnet lina schwingt hier die moralkeule! lina, deren hobby es ist, andere mit dreck aus der untersten schublade zu bewerfen. wie erträgt man als solch armselige kreatur den blick in den spiegel, das würde mich echt interessieren. geh in deine küche und mische ein bisschen gift und galle, probiere ausgiebig, damit wäre dann schon wieder ein problem elegant gelöst."

    Das ist Katharina, ohne Zweifel.

    Und jetzt schweige ich darüber.

    Ich ziehe mich zurück, aber nicht ohne Z. & O. herzlich gegrüsst zu haben.

    AntwortenLöschen
  15. liebe lina, ich würde dagegen wetten und sagen, es ist die andere von den beiden. aber am ende spielt es im grunde gar keine rolle, oder? wie du richtig festgestellt hast: die böse saat ist aufgegangen. unabhängig von dem geschehen hier tut mir das für fufi sehr leid.

    AntwortenLöschen
  16. Bevor ich auch schweige, nur noch eins: Lina hat Recht, das ist ganz eindeutig K. Sie kam erst aus ihrer Reserve, als Lina ihr Gattinnen-Eifersucht bezüglich Auguste unterstellte. Daraufhin ist sie zuerst auf Lina losgegangen.
    Die andere ist auch da, ob sie sich in ihren Nicks abwechseln, weiss ich nicht. Jedenfalls hat vor ein paar Wochen, nachdem ich wochenlang nicht mehr im MB war, sich RTT an meine Fersen geheftet und fing mit dem Migros-Clubschule-Zeugs an. Dann war eine Weile Ruhe, jetzt kommt sie mit demselben Zeugs und wortwörtlichen Uebereinstimmungen bei Fufi. Zufall? Wohl kaum.
    Aber ich beherzige jetzt Euren Rat: ich verziehe mich für eine Weile. Aber leider bin ich viel zu neugierig, um nicht wenigstens zu 'hovern'.....
    Bis demnächst und Danke für Eure Unterstützung!

    AntwortenLöschen
  17. eben, astrid: weil die übereinstimmungen zwischen eisenhut und rtt so zahlreich sind, hätte ich mein ganzes geld auf sie gesetzt. aber lassen wir es sein, am ende führen alle vermutungen nur dazu, dass man sich selbst verrückt macht. wer er immer die fäden zieht, versteht sich auf sein geschäft.

    o., back to business. folgendes interview-fragment mit henning mankell möchte ich ihnen nicht vorenthalten:

    SPIEGEL: Welche Symbolkraft wollte er mit seinem Fanal wohl entfesseln? In seinem Internetmanifest heißt es an einer Stelle, was früher als Verrat gegolten habe, komme heute als Toleranz daher.

    Mankell: Mich treibt seit Tagen die Frage um, welche Idealgesellschaft Breivik denn als Gegenentwurf vorschwebt.

    SPIEGEL: Die heile Welt der Vorväter?

    Mankell: Sein mörderischer Akt drückt eine Rebellion gegen die Kompliziertheit der globalisierten Gesellschaft aus, ja. Aber was hätte er dem entgegenzusetzen? Abschottung, Überwachung, Gleichschaltung, Nulltoleranz - ein solches Gebilde wäre nicht lebensfähig, da es keine Interaktion eingehen könnte. In ihm würde der Totalitarismus einer Sekte herrschen. Schrecklich. Genau deswegen wird sein Fanal, von dem er sich so viel verspricht, wirkungslos erlöschen: Er hat keine Verheißung.

    SPIEGEL: Dennoch wird seine Tat politische Folgen haben. Hat Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg recht, wenn er als Reaktion auf dieses Verbrechen noch mehr Demokratie, Offenheit und Toleranz verspricht?

    Mankell: Die Konsequenz aus der Tragödie kann nur ein verstärkter gesellschaftlicher Dialog sein. Die Gesprächsbereitschaft der Demokraten darf nicht nachlassen - weder gegenüber den Muslimen noch gegenüber den rechten Populisten oder Nationalisten. Ich höre, dass in Deutschland immer wieder mal ein Verbot der NPD gefordert wird. Das ist der falsche Weg, die Partei kann unter neuem Namen in neuer Form wieder auftreten oder im Untergrund weiterwirken. Genauso verkehrt wäre es jetzt nach Breiviks Massenmord, die Diskussion mit den skandinavischen Rechtsparteien abzubrechen, weil der Täter eine bedenkliche Menge von Ideen, Meinungen und Haltungen mit ihnen teilt. In der Debatte liegt Bewegung, im Ausschluss nur Erstarrung. Reden, reden und zuhören - Diskurs als Mittel der Lösungsfindung. Das ist unser Erbe der Aufklärung.

    SPIEGEL: Kann die ständig beteuerte Gesprächsbereitschaft der Gutwilligen nicht leicht als Naivität ausgelegt werden?

    Mankell: Mit der Qualität der Argumente und der Kommunikation lässt sich diese Gefahr vermeiden. Demokratie ist ein andauerndes Wagnis, sie muss sich bewähren, immer wieder, jeden Tag. Wir dürfen nicht in Panik vor den erstarkenden rechtspopulistischen Parteien in Skandinavien und anderswo geraten. In einer Gesellschaft, die von Ängsten zerrissen ist, erlischt der demokratische Lebenswille.

    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,777865,00.html

    AntwortenLöschen
  18. Darf sich ein antisemitischer Palästinenserfreund und Terroristenhelfer, der dem Marxismus nicht abgeneigt ist, das Wörtschen "unser" so verwenden?

    "Reden, reden und zuhören - Diskurs als Mittel der Lösungsfindung. Das ist unser Erbe der Aufklärung."

    Nein, es geht nicht ums (noch mehr) "Reden und Zuhören". Es geht darum zu erkennen, dass die Linken ihre doktrinären Gesellschaftsideen ohne Rücksicht auf Verluste durchsetzen, sei dies im Gender-, im Sozialstaats-, Gesellschaftszersetzungs-, im Kulturzertrümmerungsbereich. Man kann nicht scheinheilig auf einen "sektenähnlichen" Totalitarismus hinweisen, ohne gleichzeitig auf den Totalitarismus der gottlosen Traditionszerstörer und Weltverbesserer von Links hinzuweisen. Mit Nachdruck.

    In der "verhiessenen" sozialistischen Gesellschaft gibt es auch keine Interaktion mehr, keine Debatte, keinen Diskurs - das hat die Vergangenheit gezeigt und es wird auch immer so bleiben. Wo ein allwissendes und -mächtiges Kollektiv plant, schaltet, waltet und beschützt, da gibt es kein Aufmucksen mehr, die "gerechte", unterdrückungsfreie Gesellschaft ist ja perfekt, so einer muss also psychisch gestört sein.

    Mankell soll Krimis schreiben und sonst den Latz halten!

    AntwortenLöschen
  19. ich dachte mir schon, dass sie so oder ähnlich reagieren... konzentrieren wir uns wieder aufs wesentliche: mich interessiert die frage, wie demokratien auf undemokratische herausforderungen reagieren sollen, brennend. bislang habe ich für mich noch keine zufriedenstellende antwort darauf gefunden.

    AntwortenLöschen
  20. Das muss ich aber schon noch loswerden:

    Danke vielmal, O., dass Sie mich in einem Atemzug mit Pippi und Kat etc nennen!

    AntwortenLöschen
  21. @Zoé: mit dem Schwert in der Hand.

    @Astrid: danke, dass sie wiederholt sinngemäss von sich geben: "klar, der Orlando ist ein Oberarsch, aber manchmal sagt sogar er etwas Gescheites".

    @Lina: ich grüsse herzlich zurück.

    AntwortenLöschen
  22. Was erwarten Sie von mir? Sie meinen, bloss weil wir in einem Pornofilmchen auftreten, muss ich mich Ihnen jetzt zu Füssen werfen? Ich habe es schon mal gesagt: Sie sind schnell und brutal bei der Sache, wenn es ums Austeilen geht, aber Einstecken können Sie nicht. Ich glaube, dass nennt man Empathieunfähigkeit.

    Und erinnern Sie mich bei Gelegenheit daran, dass ich nie wieder so blöde bin, von Ihnen auch nur ein Fünkchen Loyalität zu erwarten. Wahrscheinlich bin ich, ausser Lina und Mila, die einzige, die versucht(e), Sie nicht wie den Leibhaftigen dastehen zu lassen, aber bedingungslose Verehrung können Sie nicht von mir verlangen. Erinnern Sie sich: es gibt da so ein paar Posts an mich, die ähnlich unter aller Sau sind wie die, die Auguste zitiert hat.

    AntwortenLöschen
  23. Der Satz muss noch angehängt werden:
    ...die Auguste zitiert hat.... Mit dem Unterschied, dass ich deswegen eben keine Vendetta gestartet habe, weil es meine tiefe Ueberzeugung ist, dass es keine Gedanken- und Aeusserungsverbote geben darf (allerdings mit der oben genannten Einschränkung, das ist nur unanständig).
    Tja, da habe ich mich halt mal wieder geirrt.

    AntwortenLöschen
  24. astrid, bedingungslose verehrung, das wär ja noch schöner. und ich werde jetzt auch nicht in erinnerung rufen, wie ich von o. in frühen mb-zeiten tituliert wurde; daneben machen sich u.a. pöh's äusserungen wie die eines chorknaben (nicht, dass meine soviel besser gewesen wären)...

    was jedoch die angesprochene gedanken- und äusserungsfreiheit betrifft: im prinzip gebe ich dir recht, aber wir haben in diesen letzten monaten einfach zu oft erlebt, dass die diskussion - nicht selten unter dem kesseltreiben der anonymen - völlig aus dem ruder lief. darauf habe ich keinen bock mehr, und es hat mir auch nicht gut getan, teil dessen zu sein. daher mein weitgehender rückzug aus der lounge und dem mb.

    AntwortenLöschen
  25. Mila, kapiere es nicht so ganz. O ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Diskussionen aus dem Ruder liefen - siehe heute abend wieder.
    Das beantwortet mir nicht die Frage, was für ein Verhalten ich an den Tag legen müsste, um nicht mit den Hexen vom MB in einem Satz genannt zu werden..... Das stinkt mir fast mehr als jeder andere Mist, den er mir schon an den Kopf geworfen hat.

    AntwortenLöschen
  26. @Zoé: wie soll ich sie denn bösestens tituliert haben, bitteschön?

    @Astrid: Nein, nicht wegen mir läuft etwas aus dem Ruden, wenn schon lasse ich aus dem Ruder laufen. Der Schaden war vorher angerichtet - oder wie interpretieren sie des Hausherrs Schweigen. Ich lade ihn noch zur Stunde hierher ein.

    Und sie haben sich oft genug als Anstifterin, als eine erwiesen, die Gefallen am offenen Streit findet und wenn nötig noch nachheizt, wenn die Stimmung überkocht. Hey - that's completely okay with me. Aber sie sind schwer einzuordnen. Das mit dem Austeilen geht an die Absenderin zurück. Ich fordere gewiss keine Loyalität. Nur Aufrichtigkeit.
    Ach, ich bin nicht wirklich Rassist. Ich liebe aber die rassistischen Witzchen. Wobei man sich fragen muss ob Juden, Bajuwaren und Polen je eine Rasse sind...
    Sie wissen, dass ich selber nicht einem koscher helvetischen Background entstamme, gell?

    AntwortenLöschen
  27. @o., muss ich jetzt wieder anfangen mit der giftigen klettenpflanze etc.? die ganz bösen dinge habe ich verdrängt. übrigens, ihre mit-dem-schwert-antwort befriedigt mich nicht, da zu pauschal.

    @astrid, nun, ich sollte mich nicht einmischen, das kommt naturgemäss immer schlecht. ausserdem wird ein jeder von uns eine etwas andere ansicht darüber haben, was zunächst in der bar und dann in der lounge so furchtbar schief gelaufen ist. und es wird solche geben, die das ganze szenario noch geniessen - und solche, die es belastet.

    meine meinung ist: wo ein grundrespekt zwischen den einzelnen diskutanten fehlt, driftet die provokation schnell in den bereich persönlicher beleidigung ab. und ja, es gibt da drinnen ein, zwei beteiligte, die ich zwischenzeitlich nicht mehr respektieren kann (das gefühl beruht vermutlich auf gegenseitigkeit). dann bleib ich doch lieber draussen, bevor ich wieder zur cyber bitch mutiere, die ich eigentlich nicht sein will.

    AntwortenLöschen
  28. Aber Mila (muss ich Dich jetzt eigentlich Zoé nennen?), Du hast ja genauso oft Rückfälle wie ich auch. Ich frage mich das oft: was genau fasziniert mich an diesem Blogleben, das, genau genommen, ziemlich einfältig, einseitig und unverständlich ist und auf dass ich unverhältnismässig viel Zeit und Energie aufwende? Zeit, die mir an anderer Stelle wirklich fehlt? Manchmal komme ich zu dem, zugegebenermassen nicht besonders schmeichelhaften, Schluss, dass es sich hier um dasselbe Phänomen handelt, aus dem heraus Menschen auf der Autobahn zu Gaffern werden, aus einer klammheimlichem Freude, niederen Instinkten nachgeben zu dürfen, nein, zu können, so zu sein, wie man wirklich ist, wenn mal der Gloss der Zivilisation oder Sozialisierung ein wenig abgeschabt wäre......
    Und da haben Sie völlig recht, Orlando: ich zünsle gern, das gebe ich offen zu, habe ich auch früher schon getan. Aber persönliche Beleidigungen, Gaffes wie die Ihren? Eher nicht - und wenn, dann als Reaktion auf direkte Angriffe.

    Orlando: Sie können mich also schwer einordnen. Das hoffe ich doch. Das macht ja den Reiz hier, zum Teil mindestens, aus. Allerdings gibt es Ihnen nicht das Recht, so lang zu bohren und nachzutreten, bis Blut austritt. Ich habe Ihre Undurchsichtigkeit genauso zu respektieren wie Sie meine - und Sie haben mir zuzugeben, dass ich nie persönlich geworden bin in dem Sinne, dass ich Ihre Intimsphäre verletzt hätte bzw. mich wie andere komplett von Ihnen abgewandt hätte. Wenn Sie meine Aussagen als illoyal bzw unaufrichtig interpretieren, müssen Sie sie nochmals genau lesen - und die Empfindlichkeiten, die Sie sich selber zugestehen, auch anderen lassen. Aber Unaufrichtigkeit lasse ich mir von Ihnen nicht vorwerfen: ich habe in der ganzen Zeit hier noch nie unter einem anderen Nick als dem ursprünglichen gepostet, ich reagiere und bin bitchig, wenn man mich angreift, aber ich habe, hoffe ich zumindest, normalerweise die Grösse, mich zu entschuldigen, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Kurz gefasst: It's a matter of the pot calling the kettle black........

    AntwortenLöschen
  29. Oh, jetzt habe ich bei dem obigen Erguss doch noch eines vergessen, Orlando (sorry, dass ich Euch heute so zumülle...):

    Sie entstammen keinem 'koscher helvetischen Background'? Well, surprise, surprise! Ich würde mal sagen, dass so gegen 80% der Helvetier, ähh, nicht-helvetische Anteile haben, oder irre ich mich da?
    In meinem täglichen Leben spielen meine etwas wilden Verwandtschaftsverhältnisse keine grosse Rolle, aber es gibt einen Punkt, der mir sehr wichtig ist: meine Kinder (und die meiner Geschwister) lieben ihre 'seltsamen' ausländischen Verwandten. Alle sind mit Neugier, Freude an anderem und anderen und einem Grundrespekt für 'Fremdes' aufgewachsen und das wiederum ist für uns als Familie ein Glück. Wie wir auch, haben unsere Kinder in mehreren Ländern und Kulturen gelebt, sind z.B. in englische, deutsche und/oder schweizerische Schulen und Kindergärten gegangen: ich glaube kaum, dass ein Kind mit diesem Umfeld jemals auf die Idee käme, Fremdenhass zu entwickeln. Und das ist eine grosse Befriedigung. 'On the downside': das Heimatgefühl, das Gefühl für Scholle und Sich-Zuhause-Fühlen ist ständiger Ueberarbeitung unterworfen - das war für mich schwierig und ist es manchmal für meine Kinder auch.
    Und 'kosher' bin ich auch nicht, meine Mutter ist nicht jüdisch. Meine Grossmutter hat jede ihrer Enkelinnen, mit Wehmut, aber durchaus liebevoll, shiksa genannt. Und sie hat Recht behalten: die jüdischen Traditionen sind uns fern, sie sind nur in der Erinnerung an sie da.

    AntwortenLöschen
  30. astrid, ich habe zwischenzeitlich meinen neuen namen eigentlich ganz lieb gewonnen. irgendwie verschafft er mir mehr distanz zu meinem blog-charakter, insofern würde ich dafür plädieren, mila endgültig ad acta zu legen.

    in der letzten woche war ich in der lounge ziemlich aktiv, stimmt. der grund ist ein zweifacher: erstens hat mich die situation um o. beelendet. ich konnte es nicht fassen, dass er von leuten, die bis vor kurzem in seiner bar ein und aus gegangen sind, gezielt in die nähe eines breivik gerückt wurde. zweitens halte ich die nickdiebstahl-geschichte für äusserst bedenklich. dies mit tigri war nun schon der dritte vorfall dieser art. man sollte sich so langsam mit dem gedanken anfreunden, dass da draussen jemand ist, der augenscheinlich vor gar nichts halt macht. da wird eine runde auf dem karussell menschlicher eitelkeiten schnell einmal zu einer schreckensfahrt.

    AntwortenLöschen
  31. anyway, ich habe das bedürfnis, einen musiklink zu posten:

    http://www.youtube.com/watch?v=rx3PW1mqadA

    AntwortenLöschen
  32. nein, eigentlich muss ich das hier posten:

    http://www.youtube.com/watch?v=RZhp3-jJRVA

    zoé - yes, I was a bon jovi groupie.

    AntwortenLöschen
  33. ok, ich seh schon, ich bin die einzige teenie-musik-nostalgikerin hier...

    o., die recent comments anzeige scheint nicht zu funktionieren. gibt es wieder einmal probleme im hause blogspot?

    astrid, ich gebe es zu, ich frage mich mittlerweile, was ich bei gewissen früheren bekanntschaften gedacht habe. frau könnte sich beinahe fremdschämen. ein trauriges thema, das ich hiermit ebenfalls zu den akten legen möchte.

    AntwortenLöschen
  34. Zoé, Du weisst ja, dass ich ein absoluter Banause bin, was Musik angeht. Bei mir erledigt sich das mit facebookmässigem 'Gefällt' oder 'Gefällt nicht'. Für meine Kinder bin ich in dieser Beziehung mit sehr hohem Peinlichkeitsfaktor ausgestattet, weil ich neulich beim Robbie-Williams-Take-That-Konzert vor Freude fast ausgeflippt bin. Aber das nehme ich in Kauf, es war es wert!

    Orlando: wenn ich Ihren letzten Post bei Fufi richtig verstanden habe: Respekt!

    AntwortenLöschen
  35. Orlando: hier noch etwas für Sie (und mich), und das vom Tagi!

    http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Die-Genossen-bauen-den-berwachungsstaat-aus/story/24132636

    AntwortenLöschen
  36. Ok, streichen Sie den Link - ist oberflächlich, zusammenhanglos und marktschreierisch, eben doch typisch Tagi. Sorry.

    AntwortenLöschen
  37. astrid, die am take-that-konzert vor freude fast ausflippt? ein schönes bild.

    AntwortenLöschen
  38. Oh, Zoé, das Konzert war einfach phantastisch. Obwohl es geregnet hat und a...kalt war, sind 55.000 Menschen mit mir ausgeflippt. Es war wie in den guten alten Zeiten und den ganzen Aufwand und die Kosten wert. Der männliche Teil der Verwandtschaft hat sich geweigert mitzukommen, wg der grossen 'Schwüle', vor allem als klar wurde, dass auch noch die Pet Shop Boys das Vorprogramm bestreiten. Sie haben definitiv etwas verpasst, unsere jüngeren und auch älteren Männer, die in dieser Zeit auf der guten alten Reeperbahn bzw Herbertstrasse von gewissen Damen zu Tode erschreckt worden sind:)

    AntwortenLöschen
  39. von gewissen damen zu tode erschreckt...? wie das denn? wenigstens in der herbertstrasse weiss man(n) doch eigentlich, was für damen einen dort erwarten..

    AntwortenLöschen
  40. Tja, aber die Methoden sind schon sehr, ähhh, direkt anscheinend. Die älteren Herren, die die jüngeren sozusagen 'einführen' wollten (no pun intended), waren nicht so ganz auf die Frontaloffensiven vorbereitet - zur Belustigung der Jungen. Da wäre ich für mein Leben gern Fliege an der Wand gewesen... Aber in die Herbertstrasse wagt man sich als Frau auch heute lieber noch nicht - anders als in den Freizeitpark Reeperbahn.

    AntwortenLöschen
  41. @Astrid: nur kurz da mörderisch im Stress...

    Gut pariert drüben im MB! Der Sauertopf lässt grüssen. Sauertöpfe, ha! (Dabei...hmmm...wenn wir hier schon Nordkorea sind: wer will ein Schälchen kimchi mit Reis? Dazu einen Löffel Bulgogi). Nachdem ich in NYC zweimal brutal reingefallen bin, interessiert mich die echte koreanische Küche immer mehr.

    Astrid, was haben die Damen eigentlich gegen sie?

    Schönen Mittag!

    AntwortenLöschen
  42. Danke für den link. Habe ich doch noch vor Wochenfrist den herrlichen Oskar Freysinger zitiert:

    "Die Sozialdemokratie, das ist die Östrogen-Partei, das Gebärmutter-Gefühl, das Kommt-her-zu-Mami-Ding, während die Rechte Testosteron verkörpere, Verantwortung übernehme, gegen den Strom schwimmen. Das ist tiefenpsychologisch."

    Dem Mann sollte man den Bachmann-Preis geben.

    AntwortenLöschen
  43. O, das frage ich mich auch.... Vor allem Pipapo - eigentlich habe ich Respekt vor ihr. Sie geht mir zwar mit ihrem Alt-Feminismus gehörig auf den Pinsel, aber immerhin ist sie konsequent und eloquent und war, bis anhin, nicht wirklich bösartig. Komischerweise habe ich mir gerade gestern überlegt, ob hier nicht noch jemand ganz anderes mitmischt..... Ich kam durch die Cabrioanspielung darauf - mir fiel plötzlich ein, dass Zappa damals doch sehr allergisch reagierte. Blog-Paranoia? Manchmal ermüdet mich eben auch mein eigenes ewiges Hirnen.
    Den Bachmann-Preis für Freysinger? That'll be the day.......
    Ok, die echte koreanische Küche mag ja von Interesse sein, aber ich habe meine Haustiere lieber lebend auf meinem Schoss......

    Und O, wenn ich mal so frei sein darf und da so ein laues Friedenslüftchen heute hier durchweht: geben Sie Ihrem Herzen doch einen Schupf und lassen Sie Fufi herein. Er leidet wie ein Hund, fragen Sie mich nicht, warum....
    (Aber Sie müssen auf jeden Fall diesen meinen Post hier vorher löschen, sonst können Sie es gleich lassen, weil es schrecklich 'patronising' wirken würde....).

    AntwortenLöschen
  44. Zoé, ich würde dir gerne schreiben. Hast du eine funktionierende E-Mail-Adresse? Vielen Dank!

    AntwortenLöschen
  45. lina, du findest mich unter milas.plc@gmail.com.

    AntwortenLöschen
  46. So meine Lieben, ich verabschiede mich in die Ferien für 2 Wochen.

    Liebe Grtüsse

    Eni

    AntwortenLöschen
  47. Schöne Ferien, liebe Eni! Die haben sie sich redlich verdient!

    Wo gehts denn hin?

    Ihnen und ihrer Familie recht viel Spass!

    AntwortenLöschen
  48. liebe eni, ich schliesse mich o.'s wünschen an - und wäre gern an ihrer stelle.

    AntwortenLöschen
  49. Hallo zusammen

    so, habe noch schnell Zeit. Danke für die guten Wünsche. Ja, bin froh, ich gehe mommentan auf dem Zahnfleisch.

    Wir verbringen unsere Ferien wieder einmal in Holland.

    Bis bald.

    Eni

    AntwortenLöschen
  50. Also im grossen Ganzen fühl ich mich hier wie zuhause! Heimat? sozusagen!
    Erlaube mir, rundum zu Grüssen!

    AntwortenLöschen
  51. fufi, ein kurzes hallo und bis bald!

    AntwortenLöschen
  52. Der linke Propagandist Constantin Seibt übt sich im gestrigen Tagesanzeiger in seiner Wahlkampf-Rolle als empörter Anständiger aus der gesellschaftlichen Mitte und teilt - divide et impera - die Rechten ein in gute alte Konservative und böse neue Konservative. Wobei die Trennschärfe natürlich milchig-grau ist, der Herr lobt Reagans Pragmatismus aber trotzdem sind natürlich die "entfesselten Finanzmärkte" an allem schuld.
    Hauptsache, mit im Boot mit den bösen neuen Konservativen sitzen die SVP und die Tea Party. Was kann sich der brave Mittebürger doch entgeistern über neue Gruppierungen, die ihre Forderungen in programmatischer Klarheit und mit Nachdruck vortragen! So sind die Leserbriefspalten voll von Klagen über das neue Masseneinwanderungsplakat...was daran wirklich, intersubjektiv nachweislich so empörend ist, bleibt reichlich diffus.

    Dem sogenannten "Wutbürger" muss sein Komplement gegenübergestellt werden, der "Empörungsbürger".
    Der wünscht sich wie Seibt die lieben alten Konservativen zurück, wegen denen sich niemand zu empören braucht, die brav ihren ewiggestrigen Überzeugungen nachhängen, aber die Linke nicht beim Durchmarsch durch die Institutonen behindert. Constantin Seibt ist dieser Durchmarsch bekanntlich glänzend gelungen.

    Aber er bleibt, was er ist: ein kleinkarierter, provinzieller Linker, der mit der Entwicklung nicht ganz mitkommt und sich in gemütliches altlinkes Geschwafel flüchtet.

    AntwortenLöschen
  53. Fufi, ich grüsse auch.

    Es ist peinlich, wie die SP "die Lufthoheit über den Begriff Heimat erlangen" will, wie sich die Mitteparteien kurz vor Zwölf mit absurden Ideen "profilieren" und zu übertrumpfen beabsichtigen. Es gibt, nach Lage der Dinge, wieder einmal einen Einthemen-Wahlkampf: SVP oder nicht SVP. Judihui!

    Und: ich rege mich im HB weniger über die paar SVP-Plakate auf, als über diesen scheps und lila von der Wand lächelnden Parvenu Balthasar Glättli.
    Woher der das Geld für die Vollkleisterei des öffentlichen Grundes hat - das fragt niemand.

    AntwortenLöschen
  54. nun, o., sie erinnern sich, wie ich kürzlich watzlawick zitierte? dass die kompromiss- und verhandlungsbereitschaft das wesen einer demokratischen haltung ausmacht, während die nullsummen-mentalität das kennzeichen einer totalitären gesinnung ist? nun, dank der 'programmatischen klarheit' der tea party und der geradezu absurd anmutenden unfähigkeit eines schönwetter-präsidenten stehen die USA zur zeit mit heruntergelassenen hosen dar. das trauerspiel wäre beinahe lustig anzusehen, wäre nicht auch der rest der globalisierten welt vom amerikanischen drama betroffen. oder wie es einer dieser S.P.O.N kolumnisten, die sie nicht mögen, sagte:

    "So langsam, das zeigen die letzten Wochen auf erschreckende Weise, taumelt der Westen am Abrund des Abendlandes, gescheitert an den Klippen der Vernunft."

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,778551,00.html

    nicht, dass ich mit diez' diagnose in allen punkten einverstanden wäre. diese klischierten links-rechts-grabenkämpfe auf sandkastenniveau, wie sie auch in seibts text kunstvoll befeuert werden: man kann angesichts des ernstes der derzeitigen lage im grunde nur den kopf über sie schütteln. aber die clowns von der tea party, die geben mir zu denken. das politikverständnis dieser leute hat mit demokratie nichts zu tun.

    AntwortenLöschen
  55. PS:

    sie haben sicher noch im kopf, wie ungehalten john mccain letzte woche auf die ideologisch verblendeten trottel in seiner partei reagierte? meine sympathien lagen bei der letzten wahl für einmal bei ihm und der republikanischen partei (nachdem hilary sich bei den demokraten nicht durchsetzen konnte). obama erschien mir damals wie ein potemkinsches trugbild: ein herr der geistreichen, aber letztlich inhaltslosen worte. dieser eindruck hat sich zwischenzeitlich leider bewahrheitet.

    AntwortenLöschen
  56. PS2:

    ich empfehle die lektüre der hintergrundanalyse 'Weltmacht am Abgrund' in der nzz am sonntag. dazu das interview mit fareed zakaria, das auch in der online-ausgabe der nzz aufgeschaltet ist:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/fareed_zakaria_1.11806317.html

    ein auszug:

    NZZ Online: Aber aus welchen Motiven gehen die von der Tea Party beeinflussten Konservativen heute so rabiat vor?

    Zakaria: Die Tea Party hat mit der Senkung der Schulden ein völlig legitimes Anliegen. Wir leben ja tatsächlich über unseren Verhältnissen. Und dazu kommt, dass die Gesundheitskosten zukünftig weiter steigen werden. Aber die Art und Weise, wie die Tea Party einen ausgeglichen Haushalt erzwingen will, gleicht einer Geiselnahme. Das sind autoritäre, zutiefst undemokratische Methoden. Die Republikaner zerstören demokratische Prozesse, indem sie in den normalsten Situationen Instrumente einsetzen, die politischen Atomwaffen gleichen.

    Kompromisse sind ihnen völlig fremd geworden.

    tja.

    AntwortenLöschen
  57. @Orlando

    "ausländischer Mitbürger" ist newspeak der Linken. Entweder ist jemand Bürger oder er ist Aussländer. Per definition ist ein Bürger Schweizer. Wennschon könnte man sagen "ausländische Miteinwohner".

    AntwortenLöschen
  58. @Max: sie haben natürlich recht!

    @Zoé: Seit wann ist ein Politiker, der sich auch in widrigen Umständen daran erinnert, was er seinen Wählern versprochen hat, ein "Nullsummenspiel"-Politiker?

    Sie erliegen dem Charme einfacher Erklärungen von linken Kommentatoren.

    Die Forderungen der neuen Mittelstandsbewegung, der Tea Party, waren so klar wie berechtigt. Aber nein, die Europäerin hält es für das grösste Sakrileg, für eine Art historische Schubumkehr, die die Zivilisation an einen "Abgrund" führt, wenn mal Leute daran herumstudieren, den Staat insgesamt zurückzubauen oder wenigstens den Glauben an seine heilsbringende Allmacht zu hinterfragen. Oder, in concretu, den Laden tüchtig auszuwaschen und fit für die Zukunft zu machen. Erwähnten sie tatsächlich Totalitarismus? - der ist gut! Ausgerechnet die Libertären totalitär zu nennen, hahaha.

    Und de facto: der Poker wurde so lange gespielt, bis er verraten wurde und moderat-konservative Weichhöseler die Nerven verloren haben. Der Präsident sass stets am längeren Hebel, weil das Scheitern einer Einigung (EINIGUNG - das heisst beide Seiten müssten sich einigen, die eher linksliberale Regierung und die Konservativen - das ist das Wesen der Demokratie! Oder etwa nicht?) hätte er den bösen Mehrheitsrepblikanern in die Schuhe schieben können.
    Und auch der gelungene "Kompromiss" wird nun lobend als sein Verdienst gefeiert, von Europäerinnen und Kommentatorinnen mit arabischen Namen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben.

    Die Europäerinnen glauben im Ernst, dass die Tea Partyisten ihr Land an die Wand gefahren hätten. Das ist, mit Verlaub, lachhaft.

    Absurd wird solcherlei Geschwätz, wenn man sich - wieder mal - vergegenwärtigt, um was es geht: die Anhebung der Verschuldungsgrenze, damit der Schlendrian noch ein Bisschen weiter gehen kann.

    Vielleicht würden wir ja auch etwas anders denken, wenn wir dort im Land selber unsere Steuern bezahlten.

    AntwortenLöschen
  59. nein, mein lieber, die tea party werden sie mir nicht als neue mittelstandsbewegung verkaufen. das sind vielleicht 'libertäre', aber keine liberalen. fit für die zukunft? das sehe ich anders. wo nur zurückgesteckt wird, gibt es keine entwicklung. und übrigens, wer hat denn die verschuldungsgrenze ins unermessliche steigen lassen? ja, genau, bush jr. wars, mit seinen auf pump geführten kriegsspielen, deren ergebnis im übrigen noch in den sternen steht.

    niemand hat gesagt, dass eine debatte über die grassierende verschuldungsmentalität nicht dringend notwendig ist. sie mehrheitlich auf dem buckel der sozial schwachen auszutragen, zeugt von einer geradezu unmenschlichen kaltschnäuzigkeit. nein, in so einem land möchte ich in der tat weder steuerzahlerin noch bürgerin sein.

    AntwortenLöschen
  60. Sind sie ja nicht, müssen sie ja nicht. Aber dass sie trotzdem besser wissen wollen als die Amerikaner, wie das amerikanische System funktioniert oder eben nicht und welche Massnahmen gehen und welche nicht, das zeugt schn von einem ziemlich kaltschnäuzigen Gesinnungsimperialismus, Madame!

    Zu sagen, dass der Feldzug im Irak für die Verschudung ursächlich sei, ist etwa das gleiche, wie zu sagen, dass Marie Antoinettes Bemerkung - die Armen sollten doch Kuchen essen, wenn es kein Brot gebe - ursächlich für den Sturm auf die Bastille gewesen sei.

    Ich habe ein spannendes Interview mit dem vielgeschmähten George W. Bush gesehen am Wochenende. Wissen sie, wie es endet? Nach einem Schlussräsonnement gefragt, sagt der Mann, keineswegs trotzig: "After 9/11 I vowed to keep America safe...and I did!"

    Es ist manchmal ganz einfach.

    AntwortenLöschen
  61. ach so, ihrer logik nach ist es völlig ok, sich zu verschulden, wenn es um militärausgaben geht - nicht aber, wenn man beispielsweise kinder und bedürftige mit einer bescheidenen krankenversicherung versorgen will? ich sehe, sie verstehen das amerikanische system tatsächlich besser als ich.

    wissen sie, die rechnung über bush's safe-keeping ist noch lange nicht gemacht, fragezeichen haben sich jedoch schon lange eingestellt. so einfach, wie sie es gerne hätten, ist es am ende vielleicht doch nicht.

    AntwortenLöschen
  62. Ja, ich verstehe es offenbar viel besser als sie. Es ist für einen Nichtbetroffenen (da nicht dort Beiträge zahlen Müssenden und entsprechend wählen Könnenden) tatsächlich nicht einzusehen, wieso zum Teufel 80% der Amerikaner in ein Krankenversicherungssystem gezwungen werden müssen, das in Europa keineswegs erfolgreich war und ist, nur weil 20% der Bevölkerung gar keinen KV-Schutz haben. Wieso hat man nicht für diese 20 Prozent eine Lösung getroffen, ohne die grosse Mehrheit und das - funktionierende - System kaputtzumachen?

    "Schwarzer Montag" haben die Geschichtenerzähler heute erwartet. Wie gschämig!

    Nichts ist passiert. Nur weil irgend eine Agentur ein Sternchen wegnimmt oder ein Pünktchen streicht geht die Welt nicht unter, und schon gar nicht Amerika. Auch nicht an den Börsen.

    Der Frust von einigen ist ganz klar, die Politik hat versagt: hätte man die Maximalforderung der Tea Party erfüllt, würden heute die Börsen jubilieren. Aber nein, im Weissen Haus sitzt ein Mann, der dies nicht zulassen kann, weil er damit jene vollends verraten würde, die ihn nächstes Jahr wiederwählen sollen: die Linken und die Armen.

    Aber nein, Schuld haben natürlich die "unmenschlichen" Politiker, die eine Einsparung von zwei Billionen Dollar immer schon gefordert haben! Sie sind laut europäischen Super-Pundits wie Zoé schuld weil sie recht hatten, von Anfang an, und weil sie weiss sind und ein Häuschen haben. Und schuldig sind diese Unmenschen, weil sie an die Zukunft des Landes denken und sich weniger Sorgen um ein paar Hunderttausend Beamte im fernen Washington machen!

    Gerade wer jammert, dass der Franken zu stark sei, der sollte sich verwundert die Augen reiben und fragen, was er dieser Tage in der Zeitung liest: dass jene den Schwarzen Peter in die Schuhe geschoben kriegen, die von Anfang an gegen die Anhebung der Schuldendecke votierten (was ja jetzt zum AAA-Enzug und zur Krise geführt hat). Und die Rolle dieser Rater und ihre Interessen und Absichten sollte man auch mal durchleuchten.

    Die USA sollen sich von mir aus verschulden bis sie krepieren. Aber wer dann dagegen ist, wenn sie selber dagegen Massnahmen ergreifen, darf sich nicht beklagen, wenn deswegen die ganze Weltwirtschaft vor die Hunde geht, Zoé.

    AntwortenLöschen
  63. o., in dieser frage kommen wir nicht weiter. sie verschliessen offensichtlich die augen vor der realität. nur so kann ich mir erklären, dass sie im bezug auf das amerikanische gesundheits- und krankenversicherungssyste von einem (ehemals) funktionierenden system sprechen. noch nicht einmal die amerikaner selbst würden das behaupten.

    wirtschafts- und gesellschaftsanalyse scheint ebenfalls nicht ihre stärke zu sein. aber vielleicht wachen leute wie sie ja auf, wenn es aufgrund zunehmender sozialer spannungen infolge von massenarbeits- und perspektivlosigkeit irgendwann auch in stadtteilen los angeles oder new york brennt. london gibt das beispiel vor.

    AntwortenLöschen
  64. "Und Harvard-Ökonom Kenneth Rogoff hält gar Obamas Zugeständnisse in der Schuldendebatte für dilettantisch. Rogoff sagte dem SPIEGEL: "Er hatte alle Trümpfe in der Hand, doch hat sich von der radikalen Tea Party einschüchtern lassen. Obama hätte sagen sollen: 'Ich verhandle nicht mit Terroristen. Wenn Ihr einen US-Staatsbankrott herbeiführen wollt, bleibe ich vernünftig und lasse mich nicht auf Eurer Spiel ein.'" Stattdessen habe sich Obama zu massiven Zugeständnissen verleiten lassen und so seine Präsidentschaft geschwächt."

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,779093,00.html

    rogoff ist co-autor des buches:

    This Time Is Different:
    Eight Centuries of Financial Folly

    Winner of the 2010 TIAA-CREF Paul A. Samuelson Award
    One of USA Today's "Year's Best Business Books To Make Sense of Financial Crisis"
    Listed on Bloomberg.com by James Pressley as one of "our favorite financial-crisis books this year."
    Shortlisted for the 2010 Financial History of the Year by Spear's Book Awards
    Runner Up on The Atlantic "Books of the Year" list
    Finalist, 2011 Estoril Global Issues Distinguished Book Prize
    An 800-CEO-READ "Business Books Awards 2009" finalist ("Best of the Rest") in the Current Interest Category
    Kenneth Rogoff, Recipient of the 2011 Deutsche Bank Prize in Financial Economics, Center for Financial Studies

    ein Überblick:

    "Throughout history, rich and poor countries alike have been lending, borrowing, crashing - and recovering - their way through an extraordinary range of financial crises. Each time, the experts have chimed, 'this time is different' - claiming that the old rules of valuation no longer apply and that the new situation bears little similarity to past disasters. With this breakthrough study, leading economists Carmen Reinhart and Kenneth Rogoff definitively prove them wrong. Covering sixty-six countries across five continents, "This Time Is Different" presents a comprehensive look at the varieties of financial crises, and guides us through eight astonishing centuries of government defaults, banking panics, and inflationary spikes - from medieval currency debasements to today's subprime catastrophe. Carmen Reinhart and Kenneth Rogoff, leading economists whose work has been influential in the policy debate concerning the current financial crisis, provocatively argue that financial combustions are universal rites of passage for emerging and established market nations. The authors draw important lessons from history to show us how much - or how little - we have learned. Using clear, sharp analysis and comprehensive data, Reinhart and Rogoff document that financial fallouts occur in clusters and strike with surprisingly consistent frequency, duration, and ferocity. They examine the patterns of currency crashes, high and hyperinflation, and government defaults on international and domestic debts - as well as the cycles in housing and equity prices, capital flows, unemployment, and government revenues around these crises. While countries do weather their financial storms, Reinhart and Rogoff prove that short memories make it all too easy for crises to recur. An important book that will affect policy discussions for a long time to come, "This Time Is Different" exposes centuries of financial missteps."

    dieser mann versteht unzweifelhaft etwas von der materie.

    AntwortenLöschen
  65. und noch eine kurzgefasste analyse, die wenigstens mir sehr einleuchtet:

    "Was passieren müsste, ist ziemlich klar: Amerika muss sparen, doch eher langfristig als sofort. Kurzfristig darf die Politik das bisschen Aufschwung nicht durch drastische Ausgabenkürzungen gefährden. Auf längere Sicht muss sie den dramatischen Anstieg der Staatsausgaben in den letzten zehn Jahren begrenzen und dem Staat etwas höhere Einnahmen erlauben. Die größten Kostentreiber sind das Militär sowie die Ausgaben für Grundrente und Gesundheitsversorgung der Senioren; auch die USA altern. Das größte Hindernis für gesunde Einnahmen sind die Steuervergünstigungen für Konzerne und Spitzenverdiener.

    In den Kämpfen der jüngsten Wochen haben sich indes die radikalen Flügel beider Parteien durchgesetzt und die Krise verschlimmert. Rechte Republikaner halten an der Ideologie fest, der Staat solle möglichst wenig Steuern bekommen. Linke Demokraten verweigern Korrekturen an der Altersversorgung, zum Beispiel durch einen 'demografischen Faktor' wie in Deutschland, der dem einzelnen Rentner nicht unzumutbar wehtut, aber die Ausgaben insgesamt reduziert. Die Kürzungen im Staatsbudget greifen sofort, das kostet Wachstum und weitere Arbeitsplätze. Die langfristig nötigen Reformen sind bisher ausgeblieben."

    http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-08/usa-schuldenkrise/seite-1

    AntwortenLöschen
  66. ein letztes:

    "Der Ökonom Nouriel Roubini von der New York University sieht tatsächlich ein 'wachsendes Risiko für eine Double-Dip-Rezession'. Die Risikoscheu auf den Finanzmärkten nehme zu, sagte Roubini während einer Telefonkonferenz in New York. Der Professor war berühmt geworden, weil er als einer der wenigen Experten die Finanzkrise vorausgesagt hatte. Jetzt glaubt er, dass der Politik die Möglichkeiten ausgehen: 'Wir haben bald keine Kugeln mehr.'"

    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rezessionsaengste-in-den-usa-hilflos-am-abgrund-1.1129381

    aber sie werden mir, wie ich sie kenne, jetzt wieder blindes expertenvertrauen vorwerfen.

    AntwortenLöschen